2.6 Marktanteile  
»Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast« – dieser Spruch wurde lange Zeit irrtümlich Winston Churchill zugeschrieben. Trotzdem ist an dieser Aussage etwas dran, denn je nach ideologischer Ausrichtung einer Website und deren Zielgruppe sind die Marktanteile von Browsern andere. Abhilfe schaffen hier unabhängige Instanzen, die global über das Internet untersuchen, welcher Webbrowser welche Verbreitung hat.
In Deutschland ist hier insbesondere die Unternehmensberatung Fittkau & Maaß zu nennen, die regelmäßig die W3B-Umfrage (http://www.w3b.de/) durchführt und dabei auch die Browserverteilung untersucht. Ende 2004 ergab diese Untersuchung die folgenden Marktanteile:2
Tabelle 2.1 Browsermarktanteile gemäß W3B2
Browser
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Marktanteil
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Internet Explorer
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92,2 %
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Netscape/Mozilla
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5,4 %
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Andere
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2,4 %
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Interessant sind hier zusätzliche Details: Immerhin 0,6 % aller Internetnutzer verwenden die »uralte« Version 4 von Netscape, die neueren Versionen sorgen für weitere 4,8 % Marktanteil (2,6 % für Version 6, 2,2 % für Version 7). Der alte Netscape wird also immer noch von über 10 % aller Netscape/Mozilla-Nutzer eingesetzt, und das ist noch gar nicht so lange her! Opera ist mit 1,5 % Marktanteil zwar die Nummer drei, aber deutlich abgeschlagen.
Während W3B sich auf deutsche Websurfer beschränkt, führt OneStat.com (http://www.onestat.com/) weltweite Untersuchungen durch. Hier gibt es auch aktuellere Erhebungen. Im Juli 2006 veröffentlichte OneStat.com folgende Zahlen:3
Tabelle 2.2 Browsermarktanteile gemäß OneStat.com3
Browser
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Marktanteil
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Internet Explorer
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83,05 %
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Firefox
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12,93 %
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Mozilla/Netscape
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0,16 %
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Opera
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1,00 %
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Safari
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1,84 %
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Die Browserverteilung ist allerdings regional unterschiedlich. In Deutschland beispielsweise hat der Internet Explorer »nur« knapp 56 % Marktanteil, Firefox kommt auf über 39 %.
OnStat.com und W3B versuchen jeweils, einen repräsentativen Querschnitt zu ermitteln. Bei Special-Interest-Seiten sehen die Marktanteile natürlich anders aus. Wenn Sie beispielsweise ein Info-Portal für Linux-Nutzer betrachten, wird dort der Konqueror-Anteil höher und der Anteil des Internet Explorer niedriger sein; auf der Microsoft-Homepage sieht das sicher ganz anders aus. Die Zahlen von OneStat.com und W3B dagegen entsprechen wohl dem tatsächlichen Querschnitt.
Einen Makel haben diese Erhebungen trotzdem. Viele (schlechte) JavaScript-Programmierer setzen für ihre Websites den Internet Explorer voraus und ignorieren »kleinere« Browser. Aus diesem Grund bieten beispielsweise Konqueror und Opera an, dass der Browser der Website gegenüber als Internet Explorer ausgegeben wird. Teilweise ist es sogar möglich, die Browser-Identifikation (also wie der Browser heißt und welche Versionsnummer er hat) selbst, d. h. als Benutzer, anzugeben. Wenn dies nicht erkannt und abgefangen wird, verfälscht eine solche Angabe natürlich die Statistik zugunsten des Internet Explorers. An der Führungsposition des Microsoft-Browsers besteht natürlich trotzdem kein Zweifel. Andererseits gibt es auch Websites, die Nutzer des Internet Explorers einfach ausschließen, Marke »wer einen schlechten Browser verwendet, darf die Seite nicht betreten«. Das ist natürlich eine Unverschämtheit, vor allem für Nutzer in Firmen, bei denen kein anderer Browser installiert werden kann.
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