Standardoberflächen stoßen manchmal an ihre Grenzen. Daher bietet .NET auch die Möglichkeit frei gestalteter Grafiken. Der Umgang mit Zeichenfläche, Stift und Pinsel wird hier erläutert.
15 Grafiken mit GDI+
In den vorhergehenden Kapiteln haben Sie gelernt, wie Sie herkömmliche Fenster basierend auf den im Namensraum System.Windows.Forms definierten Typen entwickeln. In diesem Kapitel wollen wir uns der Entwicklung von grafikfähigen Anwendungen zuwenden, die auf GDI+ basieren.
Die Abkürzung GDI steht für Graphical Device Interface. Das »+«-Zeichen deutet an, dass es sich um eine Fortentwicklung des in den bisherigen Systemen üblichen GDIs handelt.
15.1 Namensräume von GDI+ 

Die GDI+-Bibliothek umfasst eine Reihe von Namensräumen mit Typen, die grafische Routinen für recht verschiedene Einsatzzwecke bereitstellen. Einige dieser Typen haben wir in den vorangehenden Kapiteln schon eingesetzt, zum Beispiel Color, Pen und Graphics. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Namensräume des .NET Frameworks, die direkt mit der Grafikprogrammierung zu tun haben.
- System.Drawing: Das ist der »Wurzel«-Namensraum mit Grundelementen der Grafikprogrammierung. Dazu gehört beispielsweise die Klasse Graphics.
- System.Drawing.Design: Hier finden sich Elemente, um die Entwurfszeit-Benutzeroberflächen von Grafikprogrammen zu erweitern, zum Beispiel Font- und Bitmap-Editor.
- System.Drawing.Drawing2D: Dieser Namensraum dient zur erweiterten zweidimensionalen Grafikprogrammierung, unter anderem auch Füllmuster und Farbverläufe.
- System.Drawing.Imaging: Das ist der Namensraum zur Bearbeitung von Bildern (Bitmap und Metafile).
- System.Drawing.Printing: Das ist der Namensraum zur Darstellung von Bildern oder Texten auf einer Druckseite.
- System.Drawing.Text: Dieser Namensraum dient zur Verwaltung von Schriftarten.
Hauptsächlich werden wir uns in diesem Kapitel mit dem Namensraum System.Drawing beschäftigen. Das setzt voraus, dass auf die Bibliothek System.Drawing.dll verwiesen wird. Bei Windows-Anwendungen ist das standardmäßig der Fall.
Die Möglichkeiten, die uns GDI+ mit den vielen Klassen und deren Methoden zur Verfügung stellt, sind mit einem Wort zu beschreiben: enorm! Eine komplette Beschreibung würde recht unübersichtlich werden und den Rahmen des Buches sprengen. Daher werde ich Ihnen die wichtigsten Konzepte vorstellen.
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