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Linux-UNIX-Programmierung von Jürgen Wolf
Das umfassende Handbuch – 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2006
Buch: Linux-UNIX-Programmierung

Linux-UNIX-Programmierung
1216 S., mit CD, 49,90 Euro
Rheinwerk Computing
ISBN 3-89842-749-8
gp Kapitel 1 Einführung
  gp 1.1 Anforderung an den Leser
  gp 1.2 Anforderung an das Betriebssystem
  gp 1.3 Von UNIX …
  gp 1.4 … zu Linux
  gp 1.5 Der Compiler GCC – eine kurze Einführung
    gp 1.5.1 GCC erhöre uns – der Aufruf
    gp 1.5.2 Was befiehlst du – Meister?
    gp 1.5.3 Klassifikation der Dateitypen
  gp 1.6 POSIX, X/OPEN und ANSI C
  gp 1.7 Übersicht zum Buch
  gp 1.8 Schreibkonventionen
  gp 1.9 Notationsstil
  gp 1.10 Weitere Hilfen


Rheinwerk Computing

1.3 Von UNIX …  toptop

Gerade Privatanwender oder Hobbyprogrammierer bringen gerne beide Pferde (UNIX und Linux) in einen Stall. Ganz verkehrt ist das vielleicht nicht, was die Benutzung angeht, aber lassen Sie mich einfach die Geschichte erzählen, wie es von UNIX zu Linux kam.

Fangen wir am besten damit an, als die Entwicklung von UNIX begann. Ken Thompson hatte es 1969 (wahrscheinlich schon weit früher) satt, ewig mit Lochstreifen, auch »Lochkarten« genannt, Programme oder besser Rechneraufträge zu bearbeiten. UNIX sollte ursprünglich ein Single-User-Betriebssystem werden, als Konkurrent zum ersten Multi-User-System »Multics«. Das große Feature von UNIX war die Trennung von Daten und Code (in Dateien, vorher lag einfach alles irgendwo im Speicher) und eine Dateihierarchie (Verzeichnisse).

Er schrieb also das erste UNIX in Assembler, das auf einer PDP-7-Maschine lief. Wer sich schon mal ein wenig mit Assembler befasst hat, weiß, welcher Aufwand häufig nötig ist, um damit Programme zu schreiben. Das sah auch Thompson so und entwickelte kurz darauf die Programmiersprache B, die auf BCPL basierte. Diese Programmiersprache war auch nicht das Gelbe vom Ei, daher programmierte Dennis Ritchie zusammen mit Brian Kernighan 1971 aus B die Programmiersprache C. UNIX wurde daraufhin komplett in C umgeschrieben, was sich bis heute nicht grundlegend verändert hat.


Hinweis   Die Homepage von Dennis Ritchie auf http://www.cs.bell-labs.com/who/dmr/ enthält eine kurze Übersicht über die Entwicklung seines Arbeitsplatzes (Bell Labs/AT&T) und ein paar historische Informationen zu UNIX und C.


Dank der Programmiersprache C erreichte UNIX einen relativ schnellen Entwicklungsgrad und konnte auf immer mehr Plattformen portiert werden. Mit der Zeit entstand ein immer stabilerer Systemkern, und der Reifegrad der Anwendungen konnte sich sehen lassen. Vorwiegend fand UNIX zur damaligen Zeit seinen Einsatz in Universitäten und Hochschulen.

Bevor das erste Ur-UNIX überhaupt seinen Weg zu AT&T (kommt gleich) gefunden hat, wurde dieses von Dennis Ritchie durch die freie Weitergabe des gesamten Quellcodes an Universitäten und Hochschulen verbreitet. Dies sei nur deshalb erwähnt, da immer noch häufig zu lesen ist, dass UNIX auf einem von AT&T entwickelten Entwurf basiere …! Allerdings waren Thompson, Ritchie und Kernighan Mitarbeiter an den Bell Labs, Inc. (heute Lucent Technologies), einer Tochtergesellschaft von AT&T, die für technische Entwicklungen verantwortlich war. Hier soll aber keine Haarspalterei betrieben werden.

Leider begann allmählich die Zeit (1983) der Kommerzialisierung von UNIX durch die Firma AT&T mit der Einführung von UNIX System V. Die Weiterentwicklung und Vermarktung wurde erfolglos an die Firma USL (UNIX System Laboratories) weitergegeben. 1993 versuchte dann die Firma Novell, Profit aus UNIX zu schlagen, was wiederum nicht so zu laufen schien wie erwartet. Wie bei einem Staffellauf ohne Ende wurde UNIX an die Firma Caldera weitergeleitet. Caldera fusionierte dann mit der Firma SCO (Santa Cruz Operations), die sich auf dem Intel-basierten Markt spezialisiert hatte.

Zur damaligen Zeit wurde an der Universität von Berkeley die UNIX-Variante BSD entwickelt. Dass es dabei in einer Zeit des wirtschaftlichen Booms der Computerbranche zu Ärger kommen würde, war vorherzusehen. Durch Streitigkeiten um Lizenzrechte wurde BSD mit der Version 4.4 eingestellt. Von dieser BSD-Variante wurden die heutigen freien Varianten wie FreeBSD, OpenBSD und NetBSD abgeleitet und werden munter als Open Source weiterentwickelt.

Ihnen alle verschiedenen UNIX-Anbieter der damaligen Zeit zu nennen, wäre wohl ein wenig zu viel des Guten und auch sinnlos. Mittlerweile sind eigentlich nur noch drei bedeutende UNIX-Anbieter übrig:

gp  Solaris von Sun (läuft auf Intel-x86-Architektur und Sun-SPARC RISC-Rechnern)
gp  HP-UX von HP (läuft auf Intel-/Itanium-Architektur (64 Bit) und HP PA-RISC-Architektur)
gp  AIX-System von IBM (läuft vorwiegend auf der IBM PowerPC-RISC-Architektur)

Hinweis am Rande   Microsoft selbst hat 1979 auch eine UNIX-Lizenz erworben und versucht, ein Betriebssystem unter dem Namen Xenix auf Prozessoren wie u. a. Intel 8086, Motorola 68000 und Zilog Z8000 zu portieren. Später verlor Microsoft aufgrund von DOS das Interesse an Xenix und übergab die Rechte daran weitestgehend an die neu gegründete und von Microsoft mitfinanzierte SCO.


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