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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Eigene Klassen schreiben
6 Exceptions
7 Generics<T>
8 Äußere.innere Klassen
9 Besondere Klassen der Java SE
10 Architektur, Design und angewandte Objektorientierung
11 Die Klassenbibliothek
12 Bits und Bytes und Mathematisches
13 Datenstrukturen und Algorithmen
14 Threads und nebenläufige Programmierung
15 Raum und Zeit
16 Dateien, Verzeichnisse und Dateizugriffe
17 Datenströme
18 Die eXtensible Markup Language (XML)
19 Grafische Oberflächen mit Swing
20 Grafikprogrammierung
21 Netzwerkprogrammierung
22 Verteilte Programmierung mit RMI
23 JavaServer Pages und Servlets
24 Datenbankmanagement mit JDBC
25 Reflection und Annotationen
26 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
A Die Begleit-DVD
Stichwort
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Java ist auch eine Insel von Christian Ullenboom
Das umfassende Handbuch
Buch: Java ist auch eine Insel

Java ist auch eine Insel
geb., mit DVD
1482 S., 49,90 Euro
Rheinwerk Computing
ISBN 978-3-8362-1506-0
Pfeil 19 Grafische Oberflächen mit Swing
  Pfeil 19.1 Das Abstract Window Toolkit und Swing
    Pfeil 19.1.1 SwingSet-Demos
    Pfeil 19.1.2 Abstract Window Toolkit (AWT)
    Pfeil 19.1.3 Java Foundation Classes
    Pfeil 19.1.4 Was Swing von AWT unterscheidet
  Pfeil 19.2 Mit NetBeans zur ersten Oberfläche
    Pfeil 19.2.1 Projekt anlegen
    Pfeil 19.2.2 Gui-Klasse hinzufügen
    Pfeil 19.2.3 Programm starten
    Pfeil 19.2.4 Grafische Oberfläche aufbauen
    Pfeil 19.2.5 Swing-Komponenten-Klassen
    Pfeil 19.2.6 Funktionalität geben
  Pfeil 19.3 Fenster unter grafischen Oberflächen
    Pfeil 19.3.1 Swing-Fenster mit javax.swing.JFrame darstellen
    Pfeil 19.3.2 Fenster schließbar machen – setDefaultCloseOperation()
    Pfeil 19.3.3 Sichtbarkeit des Fensters
    Pfeil 19.3.4 Größe und Position des Fensters verändern
    Pfeil 19.3.5 Fenster- und Dialog-Dekoration, Transparenz *
    Pfeil 19.3.6 Dynamisches Layout während einer Größenänderung *
  Pfeil 19.4 Beschriftungen (JLabel)
    Pfeil 19.4.1 Mehrzeiliger Text, HTML in der Darstellung
  Pfeil 19.5 Icon und ImageIcon für Bilder auf Swing-Komponenten
    Pfeil 19.5.1 Die Klasse ImageIcon
    Pfeil 19.5.2 Die Schnittstelle Icon und eigene Icons *
  Pfeil 19.6 Es tut sich was – Ereignisse beim AWT
    Pfeil 19.6.1 Swings Ereignisquellen und Horcher (Listener)
    Pfeil 19.6.2 Listener implementieren
    Pfeil 19.6.3 Listener bei dem Ereignisauslöser anmelden/abmelden
    Pfeil 19.6.4 Aufrufen der Listener im AWT-Event-Thread
    Pfeil 19.6.5 Adapterklassen nutzen
    Pfeil 19.6.6 Innere Mitgliedsklassen und innere anonyme Klassen
    Pfeil 19.6.7 Ereignisse etwas genauer betrachtet *
  Pfeil 19.7 Schaltflächen
    Pfeil 19.7.1 Normale Schaltflächen (JButton)
    Pfeil 19.7.2 Der aufmerksame »ActionListener«
    Pfeil 19.7.3 Schaltflächen-Ereignisse vom Typ »ActionEvent«
    Pfeil 19.7.4 Basisklasse »AbstractButton«
    Pfeil 19.7.5 Wechselknopf (JToggleButton)
  Pfeil 19.8 Swing Action *
  Pfeil 19.9 JComponent und Component als Basis aller Komponenten
    Pfeil 19.9.1 Hinzufügen von Komponenten
    Pfeil 19.9.2 Tooltips (Kurzhinweise)
    Pfeil 19.9.3 Rahmen (Border) *
    Pfeil 19.9.4 Fokus und Navigation *
    Pfeil 19.9.5 Ereignisse jeder Komponente *
    Pfeil 19.9.6 Die Größe und Position einer Komponente *
    Pfeil 19.9.7 Komponenten-Ereignisse *
    Pfeil 19.9.8 Undurchsichtige (opake) Komponente *
    Pfeil 19.9.9 Properties und Listener für Änderungen *
  Pfeil 19.10 Container
    Pfeil 19.10.1 Standardcontainer (JPanel)
    Pfeil 19.10.2 Bereich mit automatischen Rollbalken (JScrollPane)
    Pfeil 19.10.3 Reiter (JTabbedPane)
    Pfeil 19.10.4 Teilungs-Komponente (JSplitPane)
  Pfeil 19.11 Alles Auslegungssache: die Layoutmanager
    Pfeil 19.11.1 Übersicht über Layoutmanager
    Pfeil 19.11.2 Zuweisen eines Layoutmanagers
    Pfeil 19.11.3 Im Fluss mit FlowLayout
    Pfeil 19.11.4 BoxLayout
    Pfeil 19.11.5 Mit BorderLayout in alle Himmelsrichtungen
    Pfeil 19.11.6 Rasteranordnung mit GridLayout
    Pfeil 19.11.7 Der GridBagLayoutmanager *
    Pfeil 19.11.8 Null-Layout *
    Pfeil 19.11.9 Weitere Layoutmanager
  Pfeil 19.12 Rollbalken und Schieberegler
    Pfeil 19.12.1 Schieberegler (JSlider)
    Pfeil 19.12.2 Rollbalken (JScrollBar) *
  Pfeil 19.13 Kontrollfelder, Optionsfelder, Kontrollfeldgruppen
    Pfeil 19.13.1 Kontrollfelder (JCheckBox)
    Pfeil 19.13.2 ItemSelectable, ItemListener und das ItemEvent
    Pfeil 19.13.3 Sich gegenseitig ausschließende Optionen (JRadioButton)
  Pfeil 19.14 Fortschritte bei Operationen überwachen *
    Pfeil 19.14.1 Fortschrittsbalken (JProgressBar)
    Pfeil 19.14.2 Dialog mit Fortschrittsanzeige (ProgressMonitor)
  Pfeil 19.15 Menüs und Symbolleisten
    Pfeil 19.15.1 Die Menüleisten und die Einträge
    Pfeil 19.15.2 Menüeinträge definieren
    Pfeil 19.15.3 Einträge durch Action-Objekte beschreiben
    Pfeil 19.15.4 Mit der Tastatur: Mnemonics und Shortcut
    Pfeil 19.15.5 Der Tastatur-Shortcut (Accelerator)
    Pfeil 19.15.6 Tastenkürzel (Mnemonics)
    Pfeil 19.15.7 Symbolleisten alias Toolbars
    Pfeil 19.15.8 Popup-Menüs
  Pfeil 19.16 Das Model-View-Controller-Konzept
  Pfeil 19.17 Auswahlmenüs, Listen und Spinner
    Pfeil 19.17.1 Auswahlmenü (JComboBox)
    Pfeil 19.17.2 Zuordnung einer Taste mit einem Eintrag *
    Pfeil 19.17.3 Datumsauswahl
    Pfeil 19.17.4 Listen (JList)
    Pfeil 19.17.5 Drehfeld (JSpinner) *
  Pfeil 19.18 Textkomponenten
    Pfeil 19.18.1 Text in einer Eingabezeile
    Pfeil 19.18.2 Die Oberklasse der Text-Komponenten (JTextComponent)
    Pfeil 19.18.3 Geschützte Eingaben (JPasswordField)
    Pfeil 19.18.4 Validierende Eingabefelder (JFormattedTextField)
    Pfeil 19.18.5 Einfache mehrzeilige Textfelder (JTextArea)
    Pfeil 19.18.6 Editor-Klasse (JEditorPane) *
  Pfeil 19.19 Tabellen (JTable)
    Pfeil 19.19.1 Ein eigenes Tabellen-Model
    Pfeil 19.19.2 Basisklasse für eigene Modelle (AbstractTableModel)
    Pfeil 19.19.3 Vorgefertigtes Standard-Modell (DefaultTableModel)
    Pfeil 19.19.4 Ein eigener Renderer für Tabellen
    Pfeil 19.19.5 Zell-Editoren
    Pfeil 19.19.6 Größe und Umrandung der Zellen *
    Pfeil 19.19.7 Spalteninformationen*
    Pfeil 19.19.8 Tabellenkopf von Swing-Tabellen *
    Pfeil 19.19.9 Selektionen einer Tabelle *
    Pfeil 19.19.10 Automatisches Sortieren und Filtern mit RowSorter *
  Pfeil 19.20 Bäume (JTree)
    Pfeil 19.20.1 JTree und sein TreeModel und TreeNode
    Pfeil 19.20.2 Selektionen bemerken
    Pfeil 19.20.3 Das TreeModel von JTree *
  Pfeil 19.21 JRootPane und JDesktopPane *
    Pfeil 19.21.1 Wurzelkomponente der Top-Level-Komponenten (JRootPane)
    Pfeil 19.21.2 JDesktopPane und die Kinder JInternalFrame
    Pfeil 19.21.3 JLayeredPane
  Pfeil 19.22 Dialoge und Window-Objekte
    Pfeil 19.22.1 JWindow und JDialog
    Pfeil 19.22.2 Modal oder nicht-modal
    Pfeil 19.22.3 Standarddialoge mit JOptionPane
    Pfeil 19.22.4 Der Dateiauswahldialog
    Pfeil 19.22.5 Der Farbauswahldialog JColorChooser *
  Pfeil 19.23 Flexibles Java-Look-and-Feel
    Pfeil 19.23.1 Look and Feel global setzen
    Pfeil 19.23.2 UIManager
    Pfeil 19.23.3 Windowsoptik mit JGoodies Looks verbessern *
  Pfeil 19.24 Swing-Komponenten neu erstellen oder verändern *
  Pfeil 19.25 Die Zwischenablage (Clipboard)
    Pfeil 19.25.1 Clipboard-Objekte
    Pfeil 19.25.2 Auf den Inhalt zugreifen mit »Transferable«
    Pfeil 19.25.3 DataFlavor ist das Format der Daten in der Zwischenablage
    Pfeil 19.25.4 Einfügungen in der Zwischenablage erkennen
    Pfeil 19.25.5 Drag
  Pfeil 19.26 AWT, Swing und die Threads
    Pfeil 19.26.1 Ereignisschlange (EventQueue) und AWT-Event-Thread
    Pfeil 19.26.2 Swing ist nicht thread-sicher
    Pfeil 19.26.3 »invokeLater()« und »invokeAndWait()«
    Pfeil 19.26.4 SwingWorker
    Pfeil 19.26.5 Eigene Ereignisse in die Queue setzen *
    Pfeil 19.26.6 Auf alle Ereignisse hören *
  Pfeil 19.27 Barrierefreiheit mit der Java Accessibility API
  Pfeil 19.28 Zeitliches Ausführen mit dem javax.swing.Timer
  Pfeil 19.29 Zum Weiterlesen


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19.26 AWT, Swing und die Threads  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift


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19.26.1 Ereignisschlange (EventQueue) und AWT-Event-Thread  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Benutzer erzeugt bei seiner Arbeit mit der Oberfläche Ereignisse. Diese werden entweder von den Peer-Objekten oder von Klassen der Applikation erzeugt. Bevor sie vom eigenen Programm bearbeitet werden, gelangen sie in eine Ereignisschlange (engl. event queue). Jedem Fenster ist eine eigene Event-Queue zugeordnet. Diese Event-Queue ist für Programmierer zugänglich und in einer plattformunabhängigen Klasse EventQueue implementiert. Elemente der Klasse sind Objekte vom Typ AWTEvent. Ein eigener Thread, der AWT-Event-Thread, läuft parallel zur Anwendung und arbeitet die angesammelten Ereignisse dieser Warteschlange ab.

Der AWT-Thread führt auch den Programmcode in den Listenern aus. Aus diesem Grund ist es ungünstig, in einen Event-Handler lang dauernden Programmcode zu legen, denn dann »steht« die grafische Applikation und lässt sich nicht fortsetzen, weil der AWT-Thread blockiert ist. Bei einer längeren Aktion in einem Event-Handler sollten wir einen separaten Thread starten, damit die grafische Oberfläche sofort wieder reaktionsfähig ist.


Beispiel Wenn eine Schaltfläche angeklickt wird, soll ein langer Text in den Puffer eingelesen werden:

ActionListener al = new ActionListener() {
  public void actionPerformed( ActionEvent e ) {
    new Thread( new ReaderThread(e.getActionCommand()) ).start();
  }
};

In einer externen Klasse lesen wir zum Beispiel einen Text:

class ReaderThread implements Runnable
{
  ReaderThread( String actionCommand )
  {
    // ...
  }
  public void run() {
    // ...
  }
}

Eine Alternative ist der SwingWorker, den wir später in Abschnitt 19.27.4, »SwingWorker«, vorstellen.


Unter dem AWT ist es kein Problem, wenn zwei Threads auf ein und dasselbe Oberflächenelement zugreifen. Bei Swing ist dies jedoch etwas anders, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden.


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19.26.2 Swing ist nicht thread-sicher  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Tatsache, dass das Swing-Toolkit nicht thread-sicher ist, erstaunt vielleicht auf den ersten Blick. Das AWT ist thread-sicher, da AWT auf Plattform-Peer-Elemente vertraut. In einer List-Box unter dem AWT ist es problemlos möglich, ein Element einzufügen und parallel zu löschen. Doch auf die Synchronisation bei Swing wurde aus zwei Gründen verzichtet:

  • Operationen können in Threads zu ärgerlichen Deadlock-Situationen führen.
  • Der Verzicht auf Synchronisation kann die Ausführungsgeschwindigkeit erhöhen.

Hinweis Gibt es konkurrierende Zugriffe auf Swing-Komponenten, kann es zu Exceptions der Art Exception in thread "AWT-EventQueue-0" kommen.


Swing weiß mit konkurrierenden Zugriffen nicht allzu viel anzufangen

In einem kleinen Beispiel wollen wir genau einen Fehler provozieren, in dem zwei Threads gleichzeitig eine Datenstruktur modifizieren und somit Swing aus dem Takt werfen. Es ist ein mahnendes Beispiel, Operationen an Gui-Komponenten nur über den AWT-Event-Thread vorzunehmen:

Listing 19.69  com/tutego/insel/ui/swing/SwingNoSyncDemo.java

package com.tutego.insel.ui.swing;

import javax.swing.*;

public class SwingNoSyncDemo
{
  public static void main( String[] args )
  {
    final DefaultListModel<String> model = new DefaultListModel<String>();

    JFrame frame = new JFrame();
    frame.add( new JList<String>( model ) );
    frame.setSize( 200, 100 );
    frame.setVisible( true );

    new Thread() {
      @Override public void run() {
        setPriority( Thread.MIN_PRIORITY );
        while ( true )
          model.addElement( "Dumm gelaufen" );
      }
    }.start();

    new Thread() {
      @Override public void run() {
        setPriority( Thread.MIN_PRIORITY );
        while ( true )
          model.removeElement( "Dumm gelaufen" );
      }
    }.start();
  }
}

Werfen wir einen Blick auf die Ausgabe, die erscheint, wenn das Programm nur kurz läuft:

Exception in thread "AWT-EventQueue-0" Umbruch
    java.lang.ArrayIndexOutOfBoundsException: 5891 >= 5891
  at java.util.Vector.elementAt(Vector.java:427)
  at javax.swing.DefaultListModel.getElementAt(DefaultListModel.java:70)
  at javax.swing.plaf.basic.BasicListUI.updateLayoutState(BasicListUI.java:1348)
  ...
  at java.awt.EventDispatchThread.run(EventDispatchThread.java:122)

Obwohl das DefaultListModel als unterliegende Datenstruktur den Vector nimmt und dieser nur synchronisierte Methoden besitzt, die beim nebenläufigen Zugriff den Vector nicht irritieren, ist er nicht der Übeltäter. Es liegt an Swing, wie mit den Daten umgegangen wird. Wenn der erste Thread Daten in das Model einfügt, muss die Visualisierung aktualisiert werden. Wir wissen von DefaultListModel, dass es über ListDataEvent das Darstellungsobjekt informiert, wenn es den Inhalt neu zeichnen muss. Merken wir uns die Stelle. Das Darstellungsobjekt wird sich nun vom Model die Daten besorgen. Bis dahin läuft alles ganz gut. Doch der zweite Thread löscht parallel die Daten aus dem Model. Springen wir jetzt zur Markierung zurück. Irgendwann passiert es, dass zwischen der Benachrichtigung der Darstellungskomponente und dem wirklichen Zeichnen sowie der Anfrage an das Model etwas gelöscht wird. Die Visualisierung weiß davon aber nichts und versucht, alle Werte zu zeichnen; es fehlt jedoch mindestens ein Wert. Daher folgt eine ArrayIndexOutOfBoundsException in der Methode elementAt() vom Vector. Die Visualisierung fragt mit einem Index im Vector nach, doch der Vector hat vom Lösch-Thread schon ein Element abgeben müssen. Daher ist die interne Größe des Vektors kleiner als der von Swing erfragte Index.

Erlaubte Methoden

Einige der Methoden sind thread-sicher und dürfen von beliebigen anderen Threads aufgerufen werden:

  • der Aufruf zum Neuzeichnen mit repaint() oder revalidate() für Größenänderung einer Komponente im Container
  • bei neuen Komponenten, die noch nicht etwa mit setVisible() bearbeitet wurden
  • Die Eintragung von Listeners, etwa bei JComponent mit den Methoden addPropertyChangeListener(), removePropertyChangeListener() und addVetoableChangeListener(), removeVetoableChangeListener() ist sicher.
  • Bei JCheckBoxMenuItem ist es dann die einsame Methode setState(boolean), die synchronisiert ist. Es findet sich intern mal hier, mal da ein synchronisierter Block.

Ansonsten ist jedoch nicht viel dabei, und wir müssen unsere Teile synchronisiert ausführen. Um Programmstücke konform ausführen zu lassen, definiert Swing einige Methoden und Klassen. Dazu gehören:

  • invokeLater(Runnable)
  • invokeAndWait(Runnable)
  • JProgressBar
  • ProgressMonitor
  • ProgressMonitorInputStream
  • SwingWorker

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19.26.3 »invokeLater()« und »invokeAndWait()«  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Da Swing nicht thread-sicher ist, bietet der AWT-Thread die einzige Möglichkeit zur Manipulation von Oberflächenelementen. Wenn wir es schaffen, dort die Aufträge einzureihen, dann wird nichts schiefgehen. Genau für diese Aufgabe gibt es in der Klasse EventQueue zwei statische Methoden: invokeLater() und invokeAndWait(). Damit lassen sich beliebige Programmstücke in die Warteschlange einführen. In der Warteschlange für das AWT liegen Aufträge und Ereignisse, die an die Oberflächenelemente verteilt werden. Alles spielt sich dabei neben dem Haupt-Thread ab, sodass Parallelität herrscht. Hat die Warteschlange alle Ereignisbehandler aufgerufen, kann der Programmcode von invokeLater() und invokeAndWait() durchlaufen werden.

Die beiden Methoden erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse:

  • invokeLater() legt einen Runnable in die Warteschlange und kehrt sofort zurück. Die Funktion ist somit asynchron. Der Aufrufer weiß nicht, wann der Programmcode abgearbeitet wird.
  • invokeAndWait() legt ebenfalls einen Runnable in die Warteschlange, verharrt aber so lange in der Funktion, bis der Programmcode in run() aufgerufen wurde. Die Funktion ist also synchron.

Mit diesen statischen Methoden lassen sich jetzt alle Manipulationen an der Oberfläche durchführen. Den statischen Methoden wird ein Runnable-Objekt übergeben, was den Programmcode repräsentiert, der im AWT Event Thread auszuführen ist.


Beispiel Ein Fortschrittsbalken JProgressBar mit dem Namen bar soll aus einem Nicht-AWT-Event-Thread einen Wert gesetzt bekommen:

EventQueue.invokeLater( new Runnable()
{
  public void run() {
    bar.setValue( i );
  }
} );

Bei der Auswahl der beiden Methoden haben wir uns für den Fortschrittsbalken für invokeLater() entschieden. Es ist in der Regel wenig sinnvoll, die Methode so lange stehen zu lassen, bis die Anzeige auch wirklich gezeichnet wurde.

Ein Problem stellt für sehr viele Applikationen leider die Tatsache dar, dass das Objekt zur Manipulation immer irgendwie sichtbar sein muss. Hier soll bar einfach direkt für die innere Klasse sichtbar sein.

Die Methoden invokeLater() und invokeAndWait() befinden sich nicht nur in der Klasse EventQueue, sondern sind noch einmal in der Klasse SwingUtilities untergebracht. Daher ist es gleichgültig, ob wir EventQueue.invokeXXX() oder SwingUtilities.invokeXXX() schreiben. SwingUtilities hat vielleicht den Vorteil, dass das Paket java.awt für die EventQueue nicht importiert werden muss, sonst gibt es aber keinen Unterschied.

Implementierung

Genehmigen wir uns abschließend noch einen kurzen Blick auf die Implementierung. Es lässt sich schon erahnen, dass invokeLater() einfacher ist:

public static void invokeLater( Runnable runnable )
{
  Toolkit.getEventQueue().postEvent(
    new InvocationEvent(Toolkit.getDefaultToolkit(), runnable) );
}

Das Ereignis, das in die Event-Queue kommt, ist vom Typ InvocationEvent und damit ein AWTEvent. Wir übergeben unser Runnable-Objekt, damit der AWT-Thread später die run()-Methode aufrufen kann.

Die statische Methode invokeAndWait() ist etwas komplizierter; wir wollen von der Implementierung nur wenige Zeilen betrachten. Im Prinzip leistet die Methode das Gleiche wie invokeLater(); auch sie muss das InvocationEvent in die Warteschlange legen. Hinzu kommt jedoch, dass invokeAndWait() auf das Ende des Threads warten muss:

InvocationEvent event = new InvocationEvent(
    Toolkit.getDefaultToolkit(), runnable, lock, true);
  synchronized (lock) {
    Toolkit.getEventQueue().postEvent(event);
    lock.wait();
}

Das konstruierte InvocationEvent bekommt als Argument wieder das runnable. Jetzt erhält es aber zusätzlich ein Lock-Objekt. Wenn der AWT-Thread durch die Ereignis-Warteschlange geht und das InvocationEvent sieht, führt er wieder die run()-Methode aus. Anschließend informiert er über notify() das wartende Objekt. Dann steigt invokeAndWait() aus dem synchronized-Block aus, und es geht weiter.


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19.26.4 SwingWorker  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem SwingWorker ab Java 6 (für frühere Java-Versionen liegt eine Version mit Dokumentation unter https://swingworker.dev.java.net/ vor) ist es einfach möglich, längere Programmteile im Hintergrund von einem Nicht-AWT-Thread abarbeiten zu lassen und dann später die Ergebnisse über den AWT-Thread wieder in die GUI einfließen zu lassen.

Für einen eigenen SwingWorker ist zunächst eine Unterklasse von javax.swing.SwingWorker zu bilden. Wir wollen eine Klasse ClockPrecision angeben, die zwei Sekunden wartet und dabei die Zeit misst – das Ergebnis ist durch Ungenauigkeit nicht wirklich zwei Sekunden. Wir interessieren uns hier für die Ungenauigkeit. Nach Ablauf der Zeit soll der SwingWorker das Ergebnis auf die Schaltfläche schreiben, die auch der Auslöser für die Warterei ist:

Listing 19.70  com/tutego/insel/ui/event/SwingWorkerDemo.java

package com.tutego.insel.ui.event;

import java.awt.event.*;
import javax.swing.*;

public class SwingWorkerDemo extends JFrame
{
  JButton button = new JButton( "Change my mind!" );

  SwingWorkerDemo()
  {
    setDefaultCloseOperation( JFrame.EXIT_ON_CLOSE );
    add( button );

    ActionListener al = new ActionListener() {
      @Override public void actionPerformed( ActionEvent e )
      {
        new ClockPrecision().execute();
      }
    };

    button.addActionListener( al );

    pack();
  }

  class ClockPrecision extends SwingWorker<Long, Object>
  {
    @Override public Long doInBackground()
    {
      long startNano = System.nanoTime();
      try { Thread.sleep( 2000 ); } catch ( InterruptedException e ) { }
      return (System.nanoTime() – startNano ) / (1000*1000);
    }

    @Override protected void done()
    {
      try
      {
        button.setText( "" + get() );
      }
      catch ( /* InterruptedException, ExecutionException */ Exception e ) { }
    }
  }

  public static void main( String[] args )
  {
    new SwingWorkerDemo().setVisible( true );
  }
}

Die Methode done() bekommt die Rückgabe von doInBackground() über die get()-Methode. Unser SwingWorker durchläuft mehrere Phasen, an denen wir uns durch Überschreiben einiger Methoden aktiv beteiligen:

  • Es beginnt mit execute(), was den SwingWorker dazu bewegt, einen so genannten Worker-Thread aufzubauen.
  • Der Worker-Thread ruft doInBackground() auf, in den wir unseren im Hintergrund auszuführenden Programmteil setzen. Der Rückgabetyp ist durch die generische Verwendung frei wählbar. Da SwingWorker auch vom Typ Future ist, kann das Ergebnis einer Berechnung get() liefern. Sind mit addPropertyChangeListener() neue PropertyChangeListeners angemeldet, können wir sie mit firePropertyChange() aufrufen und während der Verarbeitung Status-Ereignisse schicken. Es erlaubt publish() das Absenden von Zwischenergebnissen, die sich unter dem AWT-Event in process() verarbeiten lassen. Dieser Typ kann ein anderer als der von get() sein, und so bestimmt die zweite Typvariable der generischen Klasse diesen Typ.
  • Am Ende des Worker-Threads kommt es im AWT-Event-Thread zu einem Aufruf von done(), wo wir unsere Swing-Operationen vornehmen können.

Der API-Dokumentation ist Weiteres zu entnehmen.


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19.26.5 Eigene Ereignisse in die Queue setzen *  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Es ist ohne großen Umweg möglich, eigene Ereignisse zu erzeugen und in der EventQueue zu platzieren. Damit lassen sich beispielsweise Eingaben des Benutzers emulieren. Da alle Ereignisse von Komponenten von AWTEvent erben, lässt sich ein ActionEvent erzeugen, das dann wiederum von einem interessierten Listener entgegengenommen wird. Jetzt fehlt uns nur noch eine Methode, die Ereignisse in die Schlange setzt. Dazu bietet die Klasse EventQueue die postEvent() an. Im Beispiel sehen wir die notwendigen Aufrufe, um beginnend vom Toolkit an die SystemEventQueue zu kommen:

Toolkit.getDefaultToolkit().getSystemEventQueue().
  postEvent(
   new ActionEvent( /* Object source, int id, String command */ )
  );

class java.awt.Toolkit

  • final EventQueue getSystemEventQueue() Liefert ein Exemplar der EventQueue für eine Applikation oder ein Applet. Eine SecurityException wird ausgelöst, falls der Security-Manager den Zugriff auf EventQueue verbietet.

class java.awt.EventQueue

  • void postEvent( AWTEvent theEvent ) Legt ein Ereignis in die EventQueue. Danach werden vorhandene EventQueueListener und notifyEventQueueListener aufgerufen.

Einer Komponente ein Ereignis schicken

Ist die Komponente bekannt, der ein Ereignis geschickt werden soll, lässt sich die Component-Methode dispatchEvent(AWTEvent e) verwenden. Sie sendet ein AWTEvent – die Basisklasse aller AWT-Ereignisse – an die Komponente, womit alle Listener aufgerufen werden. Für die Aktivierung einer Schaltfläche b lautet es dann:

b.dispatchEvent( new ActionEvent(b,ActionEvent.ACTION_PERFORMED, "text") );

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19.26.6 Auf alle Ereignisse hören *  topZur vorigen Überschrift

Um keine Ereignisse zu versäumen, lässt sich über das Toolkit ein Super-Listener anmelden. Dieser Listener ist vom Typ AWTEventListener, der über addAWTEventListener() mit dem Toolkit verbunden wird:

AWTEventListener ael = new AWTEventListener() {
  public void eventDispatched( AWTEvent event ) {
  }
};
Toolkit.getDefaultToolkit().addAWTEventListener( ael, mask );

Die mask bestimmt den Typ eines jeden gemeldeten AWTEvent. Hier kann für Mausbewegungen etwa AWTEvent.MOUSE_MOTION_EVENT_MASK stehen.



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