Rheinwerk Computing < openbook >
Rheinwerk Computing - Programming the Net


Einstieg in ASP.NET von Matthias Lohrer
Einstieg in ASP.NET
gp Kapitel 14 Webanwendungen erstellen und konfigurieren
  gp 14.1 Eine Webanwendung neu erstellen
    gp 14.1.1 Ein physikalisches Verzeichnis festlegen
    gp 14.1.2 Eine Start-Datei erstellen
    gp 14.1.3 Ein virtuelles Verzeichnis definieren
    gp 14.1.4 Die Startseite festlegen
  gp 14.2 Die Webanwendung mit global.asax konfigurieren
    gp 14.2.1 Direktiven
    gp 14.2.2 Der Skriptblock
    gp 14.2.3 Server Side Includes
    gp 14.2.4 Objektdeklarationen
    gp 14.2.5 Die Klasse HttpApplication
    gp 14.2.6 Eine Webanwendung starten/beenden/neu starten
  gp 14.3 Die Konfigurationskaskade mit machine.config und web.config
    gp 14.3.1 Konfiguration von virtuellen und von physikalischen Verzeichnissen
    gp 14.3.2 Das Format von web.config
    gp 14.3.3 Der Aufbau von web.config
    gp 14.3.4 Konfigurationsabschnitte
    gp 14.3.5 Eigene Konfigurationen erstellen
    gp 14.3.6 Vorteile der hierarchischen Konfiguration

Kapitel 14 Webanwendungen erstellen und konfigurieren

Die Konfiguration von Webanwendungen ist unter ASP.NET erheblich einfacher als mit ASP. Mit einer zentralen web.config-Datei kontrollieren Sie alle Aspekte Ihrer Webanwendung.

Was ist eine ASP.NET-Webanwendung? Welche Bestandteile umfasst sie? Wie kann man die Anwendung konfigurieren?

Aus der Perspektive des Dateisystems umfasst eine Webanwendung alles, was im Stammverzeichnis der Webanwendung und darunter liegt. Die Internet Information Services bieten dieses Stammverzeichnis als Webanwendung an, wenn das Stammverzeichnis als virtuelles Verzeichnis verfügbar gemacht wurde. Dabei ist der Name der Webanwendung identisch mit dem Namen des virtuellen Verzeichnisses. Wenn auf dem Server localhost eine Webanwendung mit dem Namen myTestweb läuft, ist diese beispielsweise über den URL http://localhost/myTestweb/ erreichbar. Am besten versteht man diese Zusammenhänge, wenn man eine Webanwendung von Grund auf neu erstellt.


Rheinwerk Computing

14.1 Eine Webanwendung neu erstellen  downtop

So erstellen Sie eine neue Webanwendung:


Rheinwerk Computing

14.1.1 Ein physikalisches Verzeichnis festlegen  downtop

Als Erstes benötigen Sie ein physikalisches Verzeichnis auf einer Festplatte, in dem Sie die Daten der Webanwendung speichern werden. Das folgende Beispiel verwendet das Verzeichnis AspNetTestWeb, das auf dem Laufwerk E:\ angelegt wurde.


Rheinwerk Computing

14.1.2 Eine Start-Datei erstellen  downtop

Für den späteren Test, ob das Erstellen der Webanwendung funktioniert hat, benötigen Sie wenigstens eine minimale HTML-Seite, die die Webanwendung als Startseite verwenden kann. Erstellen Sie in dem gewählten Verzeichnis beispielsweise eine Datei index.aspx mit diesem Inhalt:

<!-- index.aspx -->
<html>
<head>
<title>Test-Web</title>
</head>
<body>
<h1>Test-Web</h1>
<p>Mein Test-Web</p>
</body>
</html>

Die Datei index.aspx enthält zunächst nur reinen HTML-Code.


Rheinwerk Computing

14.1.3 Ein virtuelles Verzeichnis definieren  downtop

Als Nächstes müssen Sie dem Webserver mitteilen, dass er unter einem bestimmten Namen auf das gewählte Verzeichnis zugreifen soll. Dieser Name ist das virtuelle Verzeichnis.

Wählen Sie den Befehl Start • Einstellungen • Systemsteuerung. Wählen Sie die Option Verwaltung und hier die Option Internetdienste-Manager. Anschließend öffnet sich das Fenster Internet-Informationsdienste.

Der linke Teil des Fensters zeigt die Struktur der vorhandenen Internet-Informationsdienste. Hier finden Sie auch einen Eintrag mit dem Namen Ihres Computers.

Erweitern Sie die Darstellung Ihres Computers, so dass die darunter liegenden Zweige sichtbar werden. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste den Eintrag Standardwebsite an, zeigen Sie auf Neu und wählen dann Virtuelles Verzeichnis (siehe Abbildung 14.1).

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.1 Jede Webanwendung benötigt ein virtuelles Verzeichnis als Stammverzeichnis.

Damit öffnet sich der Assistent zum Erstellen virtueller Verzeichnisse. Auf der ersten Seite geben Sie den Aliasnamen ein, unter dem Ihre Webanwendung künftig verfügbar sein wird, z. B. Testweb. Der Aliasname kann vom physikalischen Namen des erstellten Verzeichnisses abweichen (siehe Abbildung 14.2).

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.2 Der Assistent fragt in mehreren Schritten die benötigten Informationen für das virtuelle Verzeichnis ab.

Auf der folgenden Seite des Assistenten wählen Sie den physikalischen Pfad aus, auf dem Ihre Webanwendung liegt. Selektieren Sie das vorbereitete Verzeichnis, im Beispiel ist das E:\AspNetTestWeb (siehe Abbildung 14.3).

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.3 Der physikalische Verzeichnisname kann vom virtuellen Namen abweichen.

Auf der nächsten Seite können Sie die Zugriffsberechtigungen festlegen. Lassen Sie die Voreinstellungen unverändert (Abbildung 14.4). Damit ist der Assistent mit seiner Arbeit fertig.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.4 Die Standard-Zugriffsberechtigungen müssen meist nicht verändert werden.

Der Assistent hat unterhalb der Standardwebsite den Eintrag Testweb eingefügt (Abbildung 14.5).

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.5 Unterhalb der Standardwebsite werden verschiedene Arten von Verzeichnissen aufgelistet.

Der Eintrag Standardwebsite enthält drei Arten von Verzeichnissen:

gp  normale Verzeichnisse,
gp  virtuelle Verzeichnisse,
gp  Stammverzeichnisse von Webanwendungen.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Normalen Verzeichnissen ist das normale Ordnersymbol zugeordnet. Das sind diejenigen Verzeichnisse, die unterhalb des Basisverzeichnisses der Standardwebsite liegen.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Virtuelle Verzeichnisse sind kein Stammverzeichnis von Webanwendungen. Der Inhalt von virtuellen Verzeichnissen ist in Webanwendungen durch Angabe dieses virtuellen Pfades erreichbar.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Stammverzeichnisse von Webanwendungen haben das nebenstehende Symbol. Solche Verzeichnisse sind erreichbar, indem Sie im Browser den Namen der Website und anschließend den Namen der Anwendung eingeben, z. B. http://localhost/Testweb/.

Wenn Sie einen Test machen und http://localhost/Testweb/ in Ihrem Browser aufrufen, kann es sein, dass der Browser eine Fehlermeldung ausgibt. Wahrscheinlich müssen Sie dem Server erst noch mitteilen, dass er die Datei index.aspx als Startseite verwenden soll, wenn im URL kein Dateiname angegeben ist.


Rheinwerk Computing

14.1.4 Die Startseite festlegen  toptop

Klicken Sie im Fenster Internet-Informationsdienste mit der rechten Maustaste den Eintrag Testweb an und wählen Sie Eigenschaften. Wählen Sie die Registerkarte Dokumente. Das Kontrollkästchen Standarddokument aktivieren muss ausgewählt sein. Wenn es in der nebenstehenden Liste keinen Eintrag mit index.aspx gibt, erstellen Sie ihn, indem Sie die Schaltfläche Hinzufügen... anklicken und die entsprechende Angabe machen. Wenn das Verzeichnis mehrere Dokumente mit passendem Namen enthält, zeigt der Server das am weitesten oben stehende Dokument an. Mit den Pfeilen links neben der Liste können Sie die Rangfolge verändern. Klicken Sie abschließend OK an (siehe Abbildung 14.6).

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.6 Wenn der URL keinen Dateinamen enthält, verwendet der Server das hier festgelegte Standarddokument.

Wenn Sie einen Test machen und http://localhost/Testweb/ in Ihrem Browser aufrufen, müsste die Darstellung ungefähr Abbildung 14.7 entsprechen.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 14.7 Geschafft! Mein Test-Web lebt!


Tipp   So können Sie ein virtuelles Verzeichnis, das kein Stammverzeichnis einer Anwendung ist, in ein Stammverzeichnis einer Anwendung umwandeln: Klicken Sie mit der rechten Maustaste das virtuelle Verzeichnis, Eigenschaften, an. Auf der ersten Registerkarte Virtuelles Verzeichnis im Bereich Anwendungseinstellung klicken Sie Erstellen an und geben den gewünschten Namen ein.

Auf dem gleichen Weg können Sie auch ein Webanwendungsverzeichnis in ein virtuelles Verzeichnis zurückverwandeln.

  

Visual C# 2012

Professionell entwickeln mit Visual C# 2012

Windows Presentation Foundation

Schrödinger programmiert C++

C++ Handbuch




Copyright © Rheinwerk Verlag GmbH 2003
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Rheinwerk Computing]

Rheinwerk Verlag GmbH, Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, service@rheinwerk-verlag.de