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1.2.3 Ist Flash wirklich kein offener Standard?
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| Sollten Sie den Flash Player auf eine andere Plattform oder für ein anderes Gerät benötigen, dann erwerben Sie den Quellcode des Flash Players im Rahmen der »Macromedia Flash Player Source Code SDK License« (Flash Player-Quellcode-Lizenz). |
| Im Rahmen der »Macromedia Flash File Format (SWF) SDK License« (Flash-Dateiformat) erhalten Sie eine Definition des Flash Player-Formates. |
So wie Netscape die JavaScript-Engine unter http://www.mozilla.org/js/ freigegeben hat, kann auch der Macromedias Flash Player lizenziert werden: Das »Macromedia Flash Player Source Code SDK« erlaubt Entwicklern von bereits existierenden oder neuen Plattformen und Geräten, das Abspielen von Flash Player-Filmen (SWF) in ihre Geräte zu integrieren. Das »Macromedia Flash Player Source Code SDK« unterstützt folgende Plattformen:
| Windows CE (Windows CE 3.0 und Windows CE 3.0 für Pocket-PC) |
| Windows 32 (Stand-alone und ActiveX) |
| Linux (Netscape Plug-in) |
Das SDK (Software Development Kit) ist sowohl hinsichtlich Plattformunabhängigkeit als auch hinsichtlich leichter Portierbarkeit entwickelt worden. Alle Lizenznehmer des SDK erhalten eine C++-Quellcode-Version des Macromedia Flash Players, eine Referenzimplementation und eine Dokumentation.
Mehr Informationen zu dem »Macromedia Flash Player Source Code SDK«-Lizenzprogramm erhalten Sie unter http://www.macromedia.com/software/flashplayer/licensing/sourcecode.
Um die Verbreitung von Flash zu erhöhen, hat Macromedia 1998 das Flash-Dateiformat innerhalb des Flash Open File Format-Programms veröffentlicht. Mit dem Flash Open File Format hat Macromedia aber nicht den Aufbau der Flash-Dateien (FLA), sondern die Struktur der Flash Player-Filme (SWF) offen gelegt. In der »SWF File Format-Spezifikation« sind Dokumente enthalten, die das Dateiformat der Flash Player-Filme erläutern. Außerdem enthält das Paket Beispielcode basierend auf C++ (Microsoft Visual C++). Dieses Paket ist kostenlos von Macromedia unter http://www.macromedia.com/software/flash/open/licensing/fileformat zu beziehen. Da die Beschreibung von Macromedia in den ersten Versionen eher unvollständig und fehlerhaft war, haben einige Entwickler die Daten überarbeitet und in Davis Michies »Shockwave Flash File Format Information Center« unter www.openSWF.org zusammengetragen.
| Titel | Adresse | Inhalt |
| Flash Player Licensing | http://www.macromedia.com/software/flash/open/licensing/ | Informationen zu den Lizenzierungsmöglichkeiten rund um das Flash Player-Format (SWF) |
| Flash File Format (SWF) | http://www.macromedia.com/software/flash/open/licensing/fileformat/ | Macromedias Spezifikation des SWF-Formats |
| Flash Open File Format | news://forums.macromedia.com/macromedia.open-swf | Diskussionsforum zum Flash Open File-Format |
| OpenSWF Project | http://www.openSWF.org | Unabhängige Informationen zum Flash Open File-Format |
Neben den Lizenzvereinbarungen finden sich auf der Macromedia Website unter www.macromedia.com/macromedia/style_guide/ passende Logos und deren Nutzungsbedingungen.
Neben der großen Verbreitung und den vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten zeichnen sich Flash-Anwendungen durch eine sehr kompakte Dateigröße aus, denn gerade um Bandbreite zu sparen, wurde das Flash-Format weiterentwickelt. Selbst im direkten Vergleich mit einer einfachen statischen HTML-Seite sind die meisten Flash-Anwendungen kleiner und garantieren auf allen Plattformen ein identisches Design – im Gegensatz zu HTML ist es z.B. egal, welche Schriften verwendet werden. Die Dateigröße ist dabei natürlich immer auch vom Geschick des Entwicklers abhängig.
Einer der wenigen Nachteile ist vielleicht, dass sich die Inhalte einer Flash-Anwendung von den herkömmlichen Suchmaschinen nicht indizieren lassen, wobei hier schon an entsprechenden Suchmaschinen gearbeitet wird (z.B. Atomz bietet bereis seit 2000 eine Suchmaschine mit SWF-Unterstützung unter www.atomz.com/news/press_releases/press_2000/pr_20000215.htm). Macromedia stellt außerdem unter http://www.macromedia.com/software/flash/download/search_engine/index.html ein kostenloses Suchmaschinen-Software-Entwicklungspaket namens »Macromedia Flash Search Engine SDK« bereit.
Dass nicht alle Inhalte einer Flash-Anwendung frei zugänglich sind, kann aber auch von Vorteil sein, denn die Inhalte einer Flash-Anwendung werden auf diese Art und Weise geschützt. Dies gewährleistet ein textbasiertes Format nicht. Über Meta-Tags und Kommentare im HTML-Code innerhalb eines HTML-Dokuments erreichen Sie darüber hinaus gezielte Einträge in den Suchmaschinen im Zusammenspiel mit Flash. Diese Einträge platziert Flash beim Publizieren in aller Regel sogar automatisch.
Ein weiteres Dilemma des Flash Player-Formates und aller ähnlich als eigenständiges Objekt im Webbrowser abgespielten Technologien ist, dass die Browsernavigation nicht das Objekt steuert. D.h., dass Sie mit der Zurück-Taste des Webbrowsers nicht zurück zum letzten Punkt im Flash Player-Film, sondern zurück zur vorhergehenden HTML-Seite wechseln. Dieses Verhalten ist zum einen recht unkomfortabel, und zum anderen verwirrt es viele Anwender.
Glücklicherweise hat Macromedia das mit der sechsten Version von Flash behoben: Mithilfe der Browsernavigation kann in einer Flash-Anwendung navigiert werden, indem so genannte Anker ähnlich wie Bildmarkierungen in der Zeitleiste von Flash eingefügt werden. Für ältere Flash Player gibt es die Möglichkeit, durch Frames kombiniert mit JavaScript auf die Browsernavigation zu reagieren!
Obwohl es sich bei einer Flash-Anwendung um eine in sich geschlossene Anwendung handelt, können Inhalte dynamisch aktualisiert werden. Dies funktioniert in Flash über die verschiedensten Schnittstellen.
Bis inklusive Flash 5 war der Macromedia Generator eine nützliche Hilfe (http://www.macromedia.com/software/generator), der bereits eine Datenbankschnittstelle beinhaltet und mit vielen bekannten CMS (Content Management System) zusammenarbeitet. Flash tauscht Bilder und Ton aber auch ohne den Generator dynamisch aus.
Textbasierte Informationen liest Flash bereits seit Version 4 ein. Seit Version 5 ist das XML-Format hinzugekommen, und seit Flash 6 zählen auch Medien wie JPG oder MP3 dazu. Wem das noch nicht reicht, der kann diverse Befehle verwenden, um über eine Internetverbindung zu kommunizieren, Socket-Verbindungen für Chats und Echtzeitspiele eingeschlossen.
Mit dem für diverse Server-Plattformen erhältlichen Flash Remoting (u.a. ColdFusion MX, Jrun 4, Microsoft .NET und IBM Websphere) geht Macromedia noch einen Schritt weiter und versucht, Flash als Technologie für die Anwendungsentwicklung im Web zu etablieren.
Zur Jahreswende von 2000 auf 2001 meldete Neal Krawetz eine Sicherheitslücke des Flash Players: Der so genannte »Buffer Overflow« soll theoretisch dazu verwendet werden können, beliebigen Programmcode auszuführen. Macromedia untersuchte dieses Verhalten gemeinsam mit dem Entdecker und kam zu dem Ergebnis, dass kein Sicherheitsrisiko besteht bzw. dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keines gefunden wurde. Im schlimmsten Fall kann laut der Technote (Fachbegriff für einen kurzen Text zu einem technischen Thema) unter http://www.macromedia.com/support/flash/ts/documents/overflow.htm der Webbrowser zu einem Absturz bewegt werden. Das Ausspionieren eines Computers ist nicht möglich. Weitere Informationen gibt es bei SecurityWatch unter http://www.securitywatch.com/newsforward/default.asp?AID=5439 und direkt bei Macromedia in einem ausführlichen PDF-Dokument, das die neuesten Entwicklungen in Flash MX berücksichtigt (http://www.macromedia.com/de/desdev/mx/flash/security.pdf). Im Übrigen hat Macromedia das Sicherheitsmodell des Flash Players mit jeder Version weiter verfeinert und zum Leidwesen mancher Entwickler auch deutlich restriktiver gestaltet.
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