Galileo Computing < openbook > Galileo Design - Know-how für Kreative
Know-how für Kreative

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Was gibt es Neues in Photoshop CS4?
2 Camera Raw, DNG und HDR
3 Probleme bei Digitalfotos beheben
4 Retusche
5 Schwarzweiß, Duplex und Schmuckfarben
6 Farb- und Tonwertkorrekturen
7 Farbmanagement
8 Fotomontage und Composing
9 Effekte für Text und Bild
10 Filter
11 Photoshop und Web
12 Photoshop und Druck
13 Automatisierung in Photoshop
14 Datenhandling und Teamwork
15 Tipps und Tricks
16 Photoshop und 3D
17 Photoshop und Video
18 Die DVD zum Buch
Stichwort
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Adobe Photoshop CS4 - Fortgeschrittene Techniken von Thomas Bredenfeld
Kreative Lösungen für den professionellen Arbeitsalltag
Buch: Adobe Photoshop CS4 - Fortgeschrittene Techniken

Adobe Photoshop CS4 - Fortgeschrittene Techniken
geb., komplett in Farbe, mit DVD
843 S., 59,90 Euro
Rheinwerk Design
ISBN 978-3-8362-1237-3
Pfeil 8 Fotomontage und Composing
Pfeil 8.1 Bearbeitungsmöglichkeiten für die Kreation
Pfeil 8.2 Auswahlen erstellen
Pfeil 8.2.1 Auswahlwerkzeuge
Pfeil 8.2.2 Lasso
Pfeil 8.2.3 Zauberstab
Pfeil 8.2.4 Schnellauswahlwerkzeug (QuickSelect)
Pfeil 8.2.5 Manipulation von Auswahlen
Pfeil 8.2.6 Kante verbessern
Pfeil 8.2.7 Speichern und Laden von Auswahlen
Pfeil 8.2.8 Transformieren der Auswahl
Pfeil 8.3 Masken
Pfeil 8.3.1 Begriffserklärung
Pfeil 8.3.2 Aufgaben einer Maske
Pfeil 8.4 Kanäle und Alpha-Kanäle
Pfeil 8.4.1 Die Funktion
Pfeil 8.4.2 Arbeiten in der Kanäle-Palette
Pfeil 8.5 Ebenen
Pfeil 8.5.1 Was sind Ebenen?
Pfeil 8.5.2 Die Ebenen-Palette
Pfeil 8.5.3 Ebenen bewegen und verformen
Pfeil 8.5.4 Skalieren (Inhalt bewahren)
Pfeil 8.6 Ebenen-, Schnitt- und Vektormasken
Pfeil 8.6.1 Ebenenmasken
Pfeil 8.6.2 Schnittmasken
Pfeil 8.6.3 Vektormasken
Pfeil 8.6.4 Vektorformen für Masken erstellen
Pfeil 8.6.5 Professionell zeichnen in Photoshop
Pfeil 8.6.6 Kombination von Vektor- und Ebenenmasken
Pfeil 8.7 Andere Freistellmethoden
Pfeil 8.7.1 Freistellen mit Extrahieren
Pfeil 8.7.2 Masken aus Farbkanälen
Pfeil 8.7.3 Maske mit dem Kanalmixer erstellen
Pfeil 8.7.4 Masken mit Kanalberechnungen
Pfeil 8.8 Maskierungswerkzeuge von Drittherstellern
Pfeil 8.8.1 Masken erstellen mit Mask Pro 4
Pfeil 8.8.2 Weitere Freistellwerkzeuge
Pfeil 8.9 Auto Align und Auto Blend: Neue Montagehilfen
Pfeil 8.9.1 Ebenen automatisch ausrichten
Pfeil 8.9.2 Passanten entfernen mit Auto Align und Stacking
Pfeil 8.9.3 Focus Stacking
Pfeil 8.9.4 Ebenen automatisch überblenden
Pfeil 8.10 Panoramen
Pfeil 8.10.1 Photomerge
Pfeil 8.10.2 Professionelle Alternativen für die Erstellung von Panoramen
Pfeil 8.10.3 Fazit


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8.5 Ebenen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Den meisten Lesern wird die Arbeit mit Ebenen vertraut sein. Deshalb soll der folgende Abschnitt nur die wichtigsten Funktionen in komprimierter Form zusammenfassen.


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8.5.1 Was sind Ebenen? Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

In den Ebenen finden sich die Bildinformationen einer Photoshop-Datei. Schichtenweise angeordnet werden sie in der Ebenen-Palette organisiert. Ein z. B. frisch von einem Scanner eingelesenes oder aus einer Digitalkamera geladenes Bild besteht zunächst aus einer einzigen Ebene, der Hintergrundebene. Gleiches gilt beim Öffnen anderer Bildformate (BMP, PICT, TGA, GIF, JPEG usw.), die bis auf wenige Ausnahmen (PNG, TIFF) nur eine Bildebene kennen. Die Ordnung in Bildschichten gestattet große Freiheiten in der Gestaltung und ist die wichtigste Voraussetzung für Fotomontagen. Die oberste Ebene in der Ebenen-Palette ist auch als oberste Schicht im Bild zu sehen.


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8.5.2 Die Ebenen-Palette Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ebenen gestatten das Aufbauen mehrschichtiger Bilder mit dem großen Vorteil, dass die Einzelteile einer solchen Komposition weitgehend editierbar bleiben. Dabei lassen sich solche Dateien mit Hilfe der Ebenen-Palette gut organisieren und ordnen, weil man sie in Ordnern zusammenstellen, farbig markieren und vor allem benennen kann. Speziell Letzteres ist unabdingbar, will man nicht bei Dutzenden von Ebenen, die »Ebene 34«, »Ebene 37«, »Ebene 5 Kopie« oder ähnlich nichtssagend heißen, komplett den Überblick verlieren.

Abbildung 8.19 Ebenen-Palette

Weiter lassen sich Ebenen per Drag & Drop in der Reihenfolge zwischen Vorder- und Hintergrund verschieben und mit dem Auge sichtbar oder unsichtbar schalten.


Thumbnails einstellen

Man kann im Palettenmenü der Ebenen-Palette entscheiden, ob man den gesamten Inhalt der Ebene im Thumbnail oder nur die tatsächlich vorhandenen Pixel sehen will. Das ist besonders hilfreich, wenn sich auf der Ebene nur kleine Bildinhalte wie ein winziger Schriftzug oder Button o. Ä. befinden.


Benutzt man die Buttons unten in der Ebenen-Palette, werden Befehle wie das Erzeugen einer neuen Ebene, das Duplizieren (Ziehen auf) oder das Anlegen eines Gruppierungsordners sofort ausgeführt und mit Standardnamen versehen. Zieht man eine Mehrfachauswahl an Ebenen auf das Ordner-Icon, landen diese Ebenen sofort in einer neuen Gruppe. Mit dem Ketten-Symbol werden einzelne ausgewählte Ebenen für gemeinsames Bewegen verbunden.

Abbildung 8.20 Der Fuß der Ebenen-Palette

Hält man beim Klick die Taste Alt -Taste gedrückt, wird man zuerst nach dem Namen gefragt, den die neue Ebene bzw. der neue Ordner bekommen soll. Gleiches gilt, wenn man eine vorhandene Ebene mit gedrückter Taste Alt -Taste auf den Button für eine neue Ebene zieht. Hier kann man neben dem Namen statt der aktuellen Datei auch eine andere offene oder gar eine neue Datei als Ziel angeben – ein sehr schönes Feature übrigens, um während einer kreativen Phase schnell mal interessante Bildteile oder Zwischenergebnisse für später oder für ganz andere Zwecke zur Seite zu legen.


TIPP

Seit Photoshop CS2 können Ebenen direkt innerhalb der Ebenen-Palette mit Taste Alt +Ziehen kopiert und gleichzeitig an den gewünschten Platz im Ebenenstapel eingeordnet werden.


Im Kopf der Ebenen-Palette kann man bestimmen, wie eine Ebene mit den darunterliegenden verrechnet wird (, Ebenenmodus/Füllmethode, siehe Abschnitt 9.1), wie der Grad der Transparenz sein soll, und bei Fläche gibt man an, welche Deckkraft der Bildinhalt selbst (ohne eventuelle Effekte) haben soll. In der Zeile darunter bestimmen Sie, was Sie bei einer Ebene sperren wollen: die Bearbeitung der Transparenz, im Gegensatz dazu die Bearbeitung der Pixel, das Bewegen der Ebene oder sämtliche Manipulationen.

Abbildung 8.21 Der Kopf der Ebenen-Palette

Ebenenordner | Will man mehrere Ebenen mittels Ordnern (Sets, Gruppen) zusammenfassen, bietet sich eine ganze Reihe Möglichkeiten durch Kombinationen von Klicken und Ziehen und diversen gedrückten Tasten an, die in Tabelle 8.3 zusammengefasst sind. Operationen wie z. B. die Veränderung der Transparenz oder eine Bewegung gelten im Weiteren dann für alle Ebenen in diesem Ordner gleichzeitig. Man kann auch Ebenen gleichen Typs (Text, Pixelebenen, Einstellungsebene, Smart-Objekte usw. im Kontextmenü einer Ebene in der Ebenen-Palette auswählen (Abbildung 8.22).

Abbildung 8.22 Auswahl ähnlicher Ebenentypen


Aktion Ergebnis
Einzelne Ebene auswählen

Taste Alt + Taste Minus (Bindestrich oder Minus)

Unterste Ebene auswählen

Taste Alt + Taste Shift + Taste Minus

Oberste Eben auswählen

Taste Alt + Taste Komma (Komma)

Nächste Ebene darunter auswählen

Taste Alt + Taste Punkt (Punkt)

Nächste Ebene darüber auswählen

Taste Alt + Taste Shift + Taste Komma

Auswahl nach unten erweitern

Taste Alt + Taste Shift + Taste Punkt

Auswahl nach oben erweitern

Gruppieren: Eine oder keine Ebene ausgewählt

Klick auf Ordner-Icon am Fuß der Ebenen-Palette

Neue leere Gruppe über der ausgewählten/obersten Ebene

Taste Strg +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe unter der ausgewählten/obersten Ebene

Taste Alt +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe über der ausgewählten/obersten Ebene mit Dialog

Taste Strg + Taste Alt +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe unter der ausgewählten/obersten Ebene

Gruppieren: Mehrere Ebenen ausgewählt

Taste Shift +Klick auf mehrere Ebenen

Zusammenhängend auswählen

Taste Strg +Klick auf mehrere -Ebenen

Unzusammenhängend auswählen

Taste Strg + Taste Alt + Taste A

Alle Ebenen auswählen

Taste Strg + Taste G

Ausgewählte Ebenen in eine neue Gruppe

Taste Strg + Taste Shift + Taste G

Gruppierung aufheben

Ausgewählte Ebenen auf Ordner-Icon ziehen

Diese Ebenen in eine neue Gruppe

Ausgewählte Ebenen mit Taste Alt -Taste auf Ordner-Icon ziehen

Diese Ebenen mit Dialog in eine neue Gruppe

Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe über den ausgewählten Ebenen

Taste Strg +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe unter der obersten ausgewählten Ebene

Taste Alt +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe per Dialog über der obersten ausgewählten Ebene

Taste Strg + Taste Alt +Klick auf Ordner-Icon

Neue leere Gruppe per Dialog unter der obersten ausgewählten Ebene

Taste Shift +Klick auf Ordner-Icon

Ausgewählte Ebenen in eine neue Gruppe

Taste Shift + Taste Alt +Klick auf Ordner-Icon

Ausgewählte Ebenen per Dialog in eine neue Gruppe

Ebenen im Ebenenstapel bewegen

Taste Strg + Taste Raute

Ebene hinunter

Taste Strg + Taste Ä

Ebene hinauf *

Taste Strg + Taste Shift + Taste Raute

Ebene ganz nach unten (zunächst innerhalb einer eventuellen Gruppe, dann insgesamt im Ebenenstapel)

Taste Strg + Taste Shift + Taste Ä

Ebene ganz nach oben *

* Am Mac hat Adobe diese zwei Befehle in der deutschen Version vergessen. Man kann sie über Bearbeiten • Tastaturbefehle und dort unter Tastaturbefehle • Anwendungsmenüs • Ebene • Anordnen einstellen.


Tabelle 8.3 Shortcuts für Arbeiten mit den Ebenen innerhalb der Ebenen-Palette


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8.5.3 Ebenen bewegen und verformen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für die Bewegung einer Ebene ist das Verschieben-Werkzeug zuständig (Shortcut Taste V ). Ist ein beliebiges Auswahlwerkzeug (Rechteck- oder Kreisauswahl, Lasso, Zauberstab usw.) aktiviert, kann man eine Ebene mit gedrückter Taste Strg +Taste bewegen, ohne das Verschieben-Werkzeug aktivieren zu müssen. Ist nichts ausgewählt, wird die ganze Ebene bewegt, ansonsten nur der markierte Teil.


Mausakrobatik

Taste Alt +Klick auf ein Auge macht alle anderen außer der angeklickten Ebene unsichtbar. Außerdem kann man mit gedrückter Maustaste an der »Augen-Spalte« entlangfahren, um mehrere Ebenen sichtbar bzw. unsichtbar zu machen.


Optionen | In der Optionenleiste des Verschieben-Werkzeugs kann man entscheiden, ob man Ebenen in der Ebenen-Palette auswählen kann oder direkt im Bild. Auch die Auswahl der sichtbaren Ebenen mit Hilfe des Kontextmenüs ist möglich. Die Auswahl erfolgt dann durch Klicken in den nicht transparenten Teil einer Ebene. Man kann dabei wählen, ob eine Ebene, die Teil einer Gruppe ist, die ganze Gruppe auswählt oder ob nur sie selbst ausgewählt wird.

Abbildung 8.24 Ebenenauswahl per Kontextmenü

Abbildung 8.23 Optionen für das Verschieben-Werkzeug

Die Checkbox Transformationssteuerungen erspart den Befehl Taste Strg + Taste T für BearbeitenFrei transformieren: Der Inhalt der Ebene wird nun direkt mit Anfassern an den Ecken für Skalierung, Rotation und Verzerrung gezeigt. Drehungen erfolgen durch Klicken und Ziehen außerhalb der Box. Der Cursor gibt entsprechendes Feedback.


Ebenendialoge

In der Ebenen-Palette öffnet sich je nach Ebenentyp eine ganze Reihe verschiedener Dialoge, wenn man eine Ebene doppelklickt. Mit Taste Alt +Doppelklick öffnet sich bei den meisten Ebenentypen der Eigenschaften-Dialog (Markierungsfarbe und Name). Ein Doppelklick auf den Namen erlaubt es, diesen zu ändern. Es ist auch von Bedeutung, wo man hinklickt (Thumbnail, Effekt-Icon usw.). Auch die Kontextmenüs sind verschieden.



Aktion an der Transformationsbox Wirkung

Taste Shift +Ziehen

Skaliert proportional

Taste Shift +Rotieren

Beim Drehen alle 45° einrasten

Taste Alt +Ziehen

Skaliert zentrisch

(Strg)+Ziehen an den Ecken

Tabelle 8.4 Shortcuts für die Transformationsbox

Frei verzerren

Taste Strg + Taste Shift +Ziehen an den Ecken

Verzerrungsrichtung beschränkt auf Verlängerung der Kanten

Taste Shift +Ziehen des Zentrums-ankerpunkts

Zentrumsankerpunkt rechtwinklig oder entlang der 45°-Diagonalen bewegen

Taste Alt +Klick+Ziehen innerhalb der Box

Neue Ebene als Kopie (Achtung! Passiert schnell versehentlich!)

Taste Strg +Ziehen an den Kanten

Frei scheren (trapezförmig verzerren)



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8.5.4 Skalieren (Inhalt bewahren) topZur vorigen Überschrift

Abbildung

Die Funktionen für die Skalierung und Transformation von Bild-inhalten wurden in Photoshop CS4 um ein interessantes Feature erweitert. Hierbei wird die Transformation nicht mehr wie gewohnt gleichmäßig auf das ganze Bild oder einen ausgewählten Bereich angewendet, sondern das Bild wird sozusagen »elastisch« gemacht und in Bereiche unterteilt, die skaliert werden, und in solche, die erhalten bleiben.

Abbildung 8.25 Der neue Befehl für das Content Aware Scaling

Dieses Verfahren funktioniert sowohl auf manueller Basis, auf der man festlegen kann, welche Teile eines Bildes skaliert werden sollen, als auch automatisch. Diese Automatik analysiert Bilder bezüglich Bereichen »hoher Energie«, in denen es guten Kontrast, feine Details und klare Strukturen gibt, und Bereichen »niedriger Energie«, die gleichförmige, schwach ausgeprägte Strukturen, ebenmäßige Flächen sowie wenig Kontrast und kaum Details enthalten. Darüber hinaus zieht diese Methode Grenzlinien zwischen skalierbaren und nicht skalierbaren Teilen, das im wissenschaftlichen Bereich der Bildbearbeitung sogenannte »Seam Carving«.

Das Verfahren insgesamt wird »Content Aware Image Resizing« genannt. Adobe nennt es »Content Aware Scaling« oder kurz »CAS«.

In Photoshop steht diese neue Funktion unter BearbeitenSkalieren (Inhalt bewahren) zur Verfügung. Sie findet sich im Menü oberhalb von Frei transformieren und zeigt nach ihrem Aufruf auch denselben Transformationsrahmen.

Abbildung 8.26 Von Quer- auf Hochformat

Content Aware Scaling ist sehr gut brauchbar, wenn man z. B. ein Bild von einem Quer- auf ein Hochformat bringen will. Nimmt man das Beispielbild in Abbildung 8.26, ließe sich das natürlich auch mit dem Freistellen der beiden Leuchttürme von dem noch recht gut dafür geeigneten Hintergrund aus Meer und Bergen vornehmen. Dieses Bild ist mit CAS gut zu greifen, weil sich hier die skalierbaren und nicht skalierbaren Bereiche gut trennen lassen. Auch qualitativ funktioniert das hier, schließlich haben wir eine unproblematische Verkleinerung bzw. gar keine Skalierung.

Auf die gleiche Art kann man z. B. in einer Gruppenaufnahme entfernt voneinander stehende Personen zusammenrücken lassen.

Abbildung 8.27 Ein Bild zum Panorama strecken

Auch umgekehrt funktioniert dieses Verfahren. In Abbildung 8.27 wird ein Querformat in die Breite zum Panorama skaliert. Auch bei diesem Sujet funktioniert das Seam Carving gut, und die bildwichtigen Teile sind bis auf die Sonne fast unverzerrt geblieben.

Allerdings findet hier eine Vergrößerung von Teilen eines Pixelbildes statt, was immer einen Qualitätsverlust bedeutet, auch wenn CAS nicht nur vergrößert, sondern auch Bildmaterial wiederholt einkopiert, wodurch die beim Vergrößern entstehende Unschärfe etwas abgemildert wird. Der gleichförmige Himmel und die waagerechten Strukturen des Schnees kaschieren das in diesem Fall aber recht gut. Ist das Motiv nicht so dankbar, muss man das Bild auf die Breite des Originals herunterrechnen, um Verluste auszuschließen.

Abbildung 8.28 Beschränkung der Skalierung mit einer Auswahl

Beim Beispiel in Abbildung 8.28 wurde der Skalierungsbereich mit einer Auswahl eingeschränkt, damit der linke Rand mit dem offenen Meer nicht zu schmal wird.

Wie bei fast allen Werkzeugen sollte man auch beim Content Aware Scaling nicht übertreiben, denn es zeigen sich hier schnell Grenzen. Wenn zu schützende Bildteile Details oder Muster enthalten, die in Richtung der beabsichtigten Skalierung gehen, wie hier die Decketagen am Heck des Schiffes und auf der Seite in der Höhe des Bugs, werden diese zuerst angegriffen und verzerren das Schiff deutlich. Auch treten bei zu starker Skalierung zunehmend Artefakte, vor allem aber unschöne Kanten (eben jene »Seams«) auf.

Abbildung

Durch geschicktes Transformieren von Ebenen entsteht in Lektion 2.4 ein realistischer Hintergrund.

Grundsätzlich sollte man für dieses Verfahren möglichst große Bilder verwenden, weil es umso besser funktioniert, je mehr und je bessere Bildinformation verfügbar ist, und weil man dann Reserven hat für spätere Verkleinerungen, sollte es Artefakte oder andere Nebenwirkungen geben. Allerdings benötigt das Content Aware Scaling relativ viel Rechenleistung – auch auf aktueller Hardware.

Ob man mit dieser Methode rasch zum Ziel kommt, hängt sehr stark vom Bildmaterial ab. Klare, gut durchstrukturierte und technisch einwandfreie Bilder haben bessere Chancen, für anderes Material sollte man nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen zu Mitteln aus Montage und Retusche greifen.

Schritt für Schritt: Contant Aware Scaling mit Maske

Neben der Methode, mit einer Auswahl bestimmte Bereiche vor der Skalierung zu schützen, kann man dieses neue Feature noch sehr viel differenzierter einsetzen. Ein kurzes Beispiel soll das verdeutlichen. Die weit auseinanderstehenden Häuser in dieser Aufnahme sollen näher zusammengerückt und das Bild in eine etwa quadratische Form gebracht werden.


Beispielbild auf der DVD

Sie finden die Datei zu diesem Beispiel auf der Buch-DVD unter Beispieldateien/08_Fotomontage/08_CAS_Weiler_Original.jpg.


Abbildung 8.29 Beispielbild

Da die Häuser einige horizontale Strukturen (durch die Holzbalken) aufweisen, werden sie beim Skalieren ziemlich sicher recht schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Hier bietet sich das Arbeiten mit einer Maske an.

1. Alphakanal anlegen

Um die inhaltsbewahrende Skalierung anzuwenden, braucht man entweder eine Auswahl, die den Bildbereich, meist das ganze Bild, umfasst, oder eine Bildebene. Hier spart man sich das Auswählen, indem man das Bild mit einem Doppelklick auf die Ebene in der Ebenen-Palette »hochhebt«. Es ist keine schlechte Idee, nun von dieser Ebene gleich eine Kopie zu machen, in der man den kompletten Bildinhalt als intaktes Backup für eine eventuell später nötige Retusche aufbewahrt.

Abbildung 8.30 Neuer Alpha-Kanal für die Maske

Nun legt man einen leeren Alpha-Kanal an (im Paletten-Menü der Kanäle-Palette oder mit dem Button an deren Fuß). Der Kanal ist mit Weiß gefüllt und wird mit dem Auge sichtbar gemacht.

2. Maske malen

Nachdem man sichergestellt hat, dass der Kanal aktiv ist und nicht das Bild selbst (RGB in der Kanäle-Palette), malt man nun mit schwarzer Vordergrundfarbe und dem Pinsel (Shortcut Taste B ) in geeigneter Größe und Härte über die Bereiche, die von der Skalierung ausgenommen werden sollen. Der Pinsel sollte nicht zu hart eingestellt werden, weil man so den Übergang von skalierten zu nicht skalierten Bereichen unauffälliger gestalten kann.

Abbildung 8.31 Malen der Maske im Alpha-Kanal

Wenn man damit fertig ist, wird die gemalte Maske mit Taste Strg + Taste I invertiert, denn Weiß markiert entgegen der gewohnten Logik von Photoshop bei dieser Funktion Bereiche, die nicht von der Skalierung betroffen sein sollen.

Abbildung 8.32 Nach dem Invertieren des Kanals sind die zu schützenden Bereiche ausmaskiert.

3. Skalieren mit Maske

Ruft man BearbeitenSkalieren (Inhalt bewahren) auf, kann man in der Optionenleiste dieses Befehls einige Einstellungen vornehmen, mit denen sich das Verhalten genauer steuern lässt. Die Leiste ist derjenigen des Befehls Frei transformieren sehr ähnlich, hat allerdings im rechten Teil einige Ergänzungen.

Abbildung 8.33 Die Optionen für Skalieren (Inhalt bewahren)

Unter Stärke können Sie beeinflussen, wie stark das Content Aware Scaling »zupackt«. Hiervon und vom Betrag der Skalierung ist maßgeblich abhängig, wie viele Artefakte das Verfahren produziert. Bei Bewahren können Sie einen bestehenden Alpha-Kanal auswählen, der Bildbereiche von der Skalierung ausnimmt.

Der Button Hauttöne bewahren aktiviert eine Art »Gesichtserkennung«, die verhindert, das Bildteile mit Hautfarben betroffen sind. Im Gesicht reagiert das Auge ja besonders empfindlich auf Verzerrungen.

Abbildung 8.34 Schutz von Hautpartien

Nun wählen wir unter Bewahren den zuvor erstellten Alpha-Kanal aus und beginnen das Bild von rechts unten zu verkleinern. Die Häuser auf dem Bild werden dadurch zusammengeschoben, ohne auch nur im Geringsten verzerrt zu werden. Die Skalierung findet nur in den Wiesen und Bäumen statt. Durch die weiche Kante des Alpha-Kanals gehen skalierte und nicht skalierte Bereiche ineinander über.

Abbildung 8.35 Auswahl des Alpha-Kanals für die Maskierung

Abbildung 8.36 Zusammenschieben der Häuser

4. Abschließende Retusche

In den grünen Bildbereichen haben sich durch die Skalierung einige Artefakte und Verzerrungen gebildet, die man noch retuschieren muss und die sich in unserem Beispiel leicht mit dem Kopierstempel beseitigen lassen.

Abbildung 8.37 Fertiges Bild nach etwas Retusche

Ebenen ausrichten | Mehrfach ausgewählte Ebenen können aneinander ausgerichtet werden. Dafür sind die zwölf Buttons im mittleren Teil der Optionenleiste zuständig. Deren Icons sind selbsterklärend.


HINWEIS

Ist nur eine einzige Ebene ausgewählt und besteht gleichzeitig irgendwo eine Auswahl im Bild, so sind die linken sechs Buttons ebenfalls aktiv und richten die Ebene entsprechend an der Auswahl aus.


Ganz rechts ist mit der Vorversion Photoshop CS3 ein neuer Button hinzugekommen: Ebenen automatisch ausrichten, der in Abschnitt 8.9 eingehend besprochen wird.

Abbildung 8.38 Abschnitt für die Ausrichtung in der Optionenleiste des Verschieben-Werkzeugs

Ebenen-Hilfsmittel | Für Ausrichtungsarbeiten ist es sehr sinnvoll, mit AnsichtEinblendenEbenenkanten die Boxen, die die einzelnen Ebenen-Inhalte umreißen, sichtbar zu machen.

In den gleichen Zusammenhang gehören die magnetischen Hilfslinien (Smart Guides). Man findet sie unter AnsichtEinblendenMagnetische Hilfslinien. Hat man mehrere Ebenen in einer Datei und bewegt eine oder mehrere davon oder eine Auswahl, erscheinen temporäre Hilfslinien (hier pink gefärbt) jeweils in Bezug auf die Mitten und Kanten der Inhalte anderer Ebenen.

Abbildung 8.39 Ebenenkanten sichtbar machen

Abbildung 8.40 Die magnetischen Hilfslinien rasten an den Mitten und Kanten von Objekten anderer Ebenen ein und erleichtern das Positionieren.



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