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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Eigene Klassen schreiben
6 Exceptions
7 Generics<T>
8 Äußere.innere Klassen
9 Besondere Klassen der Java SE
10 Architektur, Design und angewandte Objektorientierung
11 Die Klassenbibliothek
12 Bits und Bytes und Mathematisches
13 Datenstrukturen und Algorithmen
14 Threads und nebenläufige Programmierung
15 Raum und Zeit
16 Dateien, Verzeichnisse und Dateizugriffe
17 Datenströme
18 Die eXtensible Markup Language (XML)
19 Grafische Oberflächen mit Swing
20 Grafikprogrammierung
21 Netzwerkprogrammierung
22 Verteilte Programmierung mit RMI
23 JavaServer Pages und Servlets
24 Datenbankmanagement mit JDBC
25 Reflection und Annotationen
26 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
A Die Begleit-DVD
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Java ist auch eine Insel von Christian Ullenboom
Das umfassende Handbuch
Buch: Java ist auch eine Insel

Java ist auch eine Insel
geb., mit DVD
1482 S., 49,90 Euro
Rheinwerk Computing
ISBN 978-3-8362-1506-0
Pfeil 17 Datenströme
  Pfeil 17.1 Stream-Klassen und Reader/Writer am Beispiel von Dateien
    Pfeil 17.1.1 Mit dem FileWriter Texte in Dateien schreiben
    Pfeil 17.1.2 Zeichen mit der Klasse »FileReader« lesen
    Pfeil 17.1.3 Kopieren mit »FileOutputStream« und »FileInputStream«
    Pfeil 17.1.4 Das FileDescriptor-Objekt *
  Pfeil 17.2 Basisklassen für die Ein-/Ausgabe
    Pfeil 17.2.1 Die abstrakten Basisklassen
    Pfeil 17.2.2 Übersicht über Ein-/Ausgabeklassen
    Pfeil 17.2.3 Die abstrakte Basisklasse »OutputStream«
    Pfeil 17.2.4 Die Schnittstellen »Closeable« und »Flushable«
    Pfeil 17.2.5 Ein Datenschlucker *
    Pfeil 17.2.6 Die abstrakte Basisklasse »InputStream«
    Pfeil 17.2.7 Ressourcen aus dem Klassenpfad und aus Jar–Archiven laden
    Pfeil 17.2.8 Ströme mit SequenceInputStream zusammensetzen *
    Pfeil 17.2.9 Die abstrakte Basisklasse »Writer«
    Pfeil 17.2.10 Die Schnittstelle »Appendable« *
    Pfeil 17.2.11 Die abstrakte Basisklasse »Reader«
  Pfeil 17.3 Formatierte Textausgaben
    Pfeil 17.3.1 Die Klassen »PrintWriter« und »PrintStream«
    Pfeil 17.3.2 »System.out«, »System.err« und »System.in«
  Pfeil 17.4 Schreiben und Lesen aus Strings und Byte-Feldern
    Pfeil 17.4.1 Mit dem »StringWriter« ein String-Objekt füllen
    Pfeil 17.4.2 CharArrayWriter
    Pfeil 17.4.3 »StringReader« und »CharArrayReader«
    Pfeil 17.4.4 Mit »ByteArrayOutputStream« in ein Byte-Feld schreiben
    Pfeil 17.4.5 Mit »ByteArrayInputStream« aus einem Byte-Feld lesen
  Pfeil 17.5 Datenströme filtern und verketten
    Pfeil 17.5.1 Streams als Filter verketten (verschalen)
    Pfeil 17.5.2 Gepufferte Ausgaben mit »BufferedWriter«/»BufferedOutputStream«
    Pfeil 17.5.3 Gepufferte Eingaben mit »BufferedReader«/»BufferedInputStream«
    Pfeil 17.5.4 »LineNumberReader« zählt automatisch Zeilen mit *
    Pfeil 17.5.5 Daten mit der Klasse »PushbackReader« zurücklegen *
    Pfeil 17.5.6 DataOutputStream/DataInputStream *
    Pfeil 17.5.7 Basisklassen für Filter *
    Pfeil 17.5.8 Die Basisklasse »FilterWriter« *
    Pfeil 17.5.9 Ein LowerCaseWriter *
    Pfeil 17.5.10 Eingaben mit der Klasse »FilterReader« filtern *
    Pfeil 17.5.11 Anwendungen für »FilterReader« und »FilterWriter« *
  Pfeil 17.6 Vermittler zwischen Byte-Streams und Unicode-Strömen
    Pfeil 17.6.1 Datenkonvertierung durch den »OutputStreamWriter«
    Pfeil 17.6.2 Automatische Konvertierungen mit dem »InputStreamReader«
  Pfeil 17.7 Kommunikation zwischen Threads mit Pipes *
    Pfeil 17.7.1 »PipedOutputStream« und »PipedInputStream«
    Pfeil 17.7.2 »PipedWriter« und »PipedReader«
  Pfeil 17.8 Datenkompression *
    Pfeil 17.8.1 Java-Unterstützung beim Komprimieren
    Pfeil 17.8.2 Datenströme komprimieren
    Pfeil 17.8.3 Zip-Archive
    Pfeil 17.8.4 Jar-Archive
  Pfeil 17.9 Prüfsummen
    Pfeil 17.9.1 Die Schnittstelle Checksum
    Pfeil 17.9.2 Die Klasse »CRC32«
    Pfeil 17.9.3 Die Adler32-Klasse
  Pfeil 17.10 Persistente Objekte und Serialisierung
    Pfeil 17.10.1 Objekte mit der Standard-Serialisierung speichern und lesen
    Pfeil 17.10.2 Zwei einfache Anwendungen der Serialisierung *
    Pfeil 17.10.3 Die Schnittstelle »Serializable«
    Pfeil 17.10.4 Nicht serialisierbare Attribute aussparen
    Pfeil 17.10.5 Das Abspeichern selbst in die Hand nehmen
    Pfeil 17.10.6 Tiefe Objektkopien *
    Pfeil 17.10.7 Versionenverwaltung und die SUID
    Pfeil 17.10.8 Wie die »ArrayList« serialisiert *
    Pfeil 17.10.9 Probleme mit der Serialisierung
  Pfeil 17.11 Alternative Datenaustauschformate
    Pfeil 17.11.1 Serialisieren in XML-Dateien
    Pfeil 17.11.2 XML-Serialisierung von JavaBeans mit JavaBeans Persistence *
    Pfeil 17.11.3 Open-Source Bibliothek XStream *
  Pfeil 17.12 Tokenizer *
    Pfeil 17.12.1 StreamTokenizer
  Pfeil 17.13 Zum Weiterlesen


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17.8 Datenkompression *  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Damit Daten weniger Platz auf dem Datenträger einnehmen, werden sie komprimiert. Bei Netzwerkverbindungen ist die logische Konsequenz, dass weniger Daten natürlich auch schneller übertragen werden. Über alle Plattformen hinweg haben sich Standards gebildet. Zwei Kompressionsstandards sollen an dieser Stelle beschrieben werden.

compress/uncompress, GZip/GunZip

Seitdem der LZW-Algorithmus im Juni 1984 im IEEE-Journal beschrieben wurde, gibt es in jedem Unix-System die Dienstprogramme compress und uncompress, die verlustfrei Daten zusammenpacken und wieder auspacken. [Interessanterweise wurde danach der LZW-Algorithmus von der Sperry Company patentiert – dies zeigt eigentlich, wie unsinnig das Patentrecht in den USA ist. ] gzip und gunzip [Gibt es sogar für den C=64: http://www.cs.tut.fi/~albert/Dev/gunzip/ ] sind freie Unix-Tools von compress/uncompress und unterliegen der GNU Public License. Das Format enthält eine zyklische Überprüfung bezüglich defekter Daten. Die Endung einer Datei, die mit gzip gepackt ist, ist mit .gz angegeben, wobei die Endung unter compress nur .Z ist. gzip behält die Rechte und Zeitattribute der Dateien bei.

Zip

Das Dienstprogramm zip bündelt in einem Archiv mehrere Dateien und kann die hierarchische Struktur der Ordner erhalten. Auf jede Datei im Zip-Archiv lässt sich anschließend individuell zugreifen. Programme wie WinZip oder 7-Zip können unter Windows Zip-Dateien verarbeiten. Obwohl Zip und GZip von der Anwendung her unterschiedlich arbeiten – GZip stellt einen Filter dar, der einen Datenstrom komprimiert –, verwenden sie denselben Algorithmus. Beide basieren auf Algorithmen, die im RFC 1952 definiert sind.

Es gibt auch unkomprimierte Zip-Archive (allerdings selten). Ein Beispiel dafür sind die Java-Archive des frühen Internet Explorers. Die größte Datei ist unkomprimiert 5,3 MB groß, gepackt wäre sie 2 MB schwer. Sie wurden aus Gründen der Geschwindigkeit nicht gepackt, da sich die Daten aus unkomprimierten Archiven schneller lesen lassen, weil keine Prozessorleistung für das Entpacken aufzuwenden ist.

Das Archivformat und Archivierungsprogramm »tar«

Das unter Unix-Systemen bekannte Dienstprogramm tar [»tar« steht für tape archiver, was übersetzt Bandarchivierer heißt. ] bündelt mehrere Dateien zu einer neuen Datei, ohne sie zu komprimieren. Das Ergebnis, ein Tar-Archiv, wird oft anschließend mit dem Tool gzip beziehungsweise bzip2 gepackt. Die Endung ist dann .tar.Z. Werden mehrere Daten erst in einem Tar-Archiv zusammengefasst und dann gepackt, ist die Kompressionsrate höher, als wenn jede Datei einzeln komprimiert wird. Der Grund ist simpel: Das Kompressionsprogramm kann die Redundanz besser ausnutzen. Der Nachteil ist freilich, dass für eine Datei gleich das ganze Tar-Archiv ausgepackt werden muss.


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17.8.1 Java-Unterstützung beim Komprimieren  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Unter Java ist ein Paket java.util.zip eingerichtet, um mit komprimierten Dateien zu operieren. Das Paket bietet zur Komprimierung zwei allgemein gebräuchliche Formate: GZip/GunZip zum Komprimieren beziehungsweise Entkomprimieren von Datenströmen und Zip zum Behandeln von Archiven und zum Komprimieren von Dateien. Auch wird das eigene Archiv-Format Jar (Java Archive) durch das Paket java.util.jar unterstützt. Jar ist eine Erweiterung des Zip-Formats. Speziell Klassendateien in Java-Archiven können durch java.util.jar.Pack200 noch höher komprimiert werden.

Tar-Archive werden nicht unterstützt, doch gibt es eine Reihe freier Implementierungen, unter anderem von der Apache Software Foundation: http://tutego.de/go/tarcvs; sie definieren Ein- und Ausgabeströme. Für BZip2 bietet die Apache Foundation Unterstützung über das Paket Commons Compress (http://tutego.de/go/bzip2). Neben der Unterstützung durch das Paket java.util.zip für GZip-Ströme und Zip-Dateien ist TrueZIP (https://truezip. dev.java.net/) eine sehr interessante Open-Source-Bibliothek, die die Behandlung von Archiven stark vereinfacht.


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17.8.2 Datenströme komprimieren  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Zum Packen und Entpacken von Strömen wird GZip verwendet. Wir sehen uns im Folgenden die Datenströme java.util.zip.GZIPInputStream (ein spezieller FilterInputStream) und java.util.zip.GZIPOutputStream (ein FilterOutputStream) genauer an.

Daten packen

Das Paket java.util.zip bietet zwei Unterklassen von FilterOutputStream, die das Schreiben komprimierter Daten ermöglichen: GZIPOutputStream und ZipOutputStream. Um Daten unter dem GZip-Algorithmus zu packen, müssen wir einfach einen vorhandenen Datenstrom zu einem GZIPOutputStream erweitern. Die Klasse ZipOutputStream dient Zip-Archiven, denen wir uns später widmen werden.

OutputStream fos    = new FileOutputStream( file );
OutputStream zipout = new GZIPOutputStream( fos );

class java.util.zip.GZIPOutputStream
extends DeflaterOutputStream

  • GZIPOutputStream( OutputStream out) Erzeugt einen packenden Datenstrom mit der voreingestellten Puffergröße von 512 Byte.
  • GZIPOutputStream( OutputStream out, int size ) Erzeugt einen packenden Datenstrom mit einem Puffer der Größe size.

GZip-Kommandozeilenprogramm

Das folgende Programm soll eine Datei nach dem GZip-Format packen. Es verhält sich in der Arbeitsweise ähnlich wie das unter Unix bekannte Programm gzip:

Listing 17.21  com/tutego/insel/io/zip/gzip.java

package com.tutego.insel.io.zip;

import java.io.*;
import java.util.zip.*;

public class gzip
{
  public static void main( String[] args )
  {
    if ( args.length != 1 ) {
      System.err.println( "Benutzung: gzip <source>" );
      return;
    }

    OutputStream os = null;
    InputStream  is = null;

    try
    {
      os = new GZIPOutputStream( new FileOutputStream( args[0] + ".gz" ) );
      is  = new FileInputStream( args[0] );

      byte[] buffer = new byte[ 8192 ];

      for ( int length; (length = is.read(buffer)) != –1; )
        os.write( buffer, 0, length );
    }
    catch ( IOException e )
    {
      System.err.println( "Fehler: Kann nicht packen " + args[0] );
    }
    finally
    {
      if ( is != null ) try { is.close(); } catch ( IOException e ) { }
      if ( os != null ) try { os.close(); } catch ( IOException e ) { Umbruch
        e.printStackTrace(); 
}
    }
  }
}

Das Programm prüft zuerst, ob ein Argument auf der Kommandozeile vorhanden ist. Aus diesem Argument konstruiert es einen Dateinamen mit der Endung .gz. Der Dateiname bekommt der Konstruktor von FileOutputStream. Den OutputStream dekoriert anschließend der GZIPOutputStream. Die read()-Methode vom FileInputStream liest Block für Block aus der Datei und schreibt die gelesenen Segmente in den GZIPOutputStream, der die Daten komprimiert.

Daten entpacken

Um die Daten zu entpacken, müssen wir nur den umgekehrten Weg beschreiten. Zum Einsatz kommt hier eine der beiden Unterklassen von FilterInputStream. Wieder wickeln wir um einen InputStream einen GZIPInputStream und lesen dann daraus.


class java.util.zip.GZIPInputStream
extends InflaterInputStream

  • GZIPInputStream( InputStream in, int size ) Erzeugt einen auspackenden Datenstrom mit einem Puffer der Größe size.
  • GZIPInputStream( InputStream in ) Erzeugt einen auspackenden Datenstrom mit der voreingestellten Puffergröße von 512 Byte.

GunZip-Kommandozeilenprogramm

Zum Java-Programm gzip wollen wir eine zweite Anwendung hinzunehmen, die sich so verhält, wie das unter Unix bekannte Kommandozeilenprogramm gunzip:

Listing 17.22  com/tutego/insel/io/zip/gunzip.java

package com.tutego.insel.io.zip;

import java.io.*;
import java.util.zip.*;

public class gunzip
{
  public static void main( String[] args )
  {
    if ( args.length != 1 ) {
      System.err.println( "Benutzung: gunzip <source>" );
      return;
    }

    String source, destination;

    if ( args[0].toLowerCase().endsWith(".gz") ) {
      source       = args[0];
      destination  = source.substring( 0, source.length() – 3 );
    }
    else {
      source       = args[0] + ".gz";
      destination  = args[0];
    }

    InputStream  is = null;
    OutputStream os = null;

    try
    {
      is = new GZIPInputStream( new FileInputStream(source) );
      os  = new FileOutputStream( destination );

      byte[] buffer = new byte[ 8192 ];

      for ( int length; (length = is.read(buffer)) != –1; )
        os.write( buffer, 0, length );
    }
    catch ( IOException e )
    {
      System.err.println( "Fehler: Kann nicht entpacken " + args[0] );
    }
    finally
    {
      if ( os != null ) try { os.close(); } catch ( IOException e ) { 
      e.printStackTrace(); 
}
      if ( is != null ) try { is.close(); } catch ( IOException e ) { 
      e.printStackTrace(); 
}
    }
  }
}

Endet die Datei mit .gz, so entwickeln wir daraus den herkömmlichen Dateinamen. Endet sie nicht mit diesem Suffix, so nehmen wir einfach an, dass die gepackte Datei diese Endung besitzt, der Benutzer dies aber nicht angegeben hat. Nach dem Zusammensetzen des Dateinamens holen wir von der gepackten Datei einen FileInputStream und packen einen GZIPInputStream darum. Nun öffnen wir die Ausgabedatei und schreiben in Blöcken zu 8 KiB die Datei vom GZIPInputStream in die Ausgabedatei.


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17.8.3 Zip-Archive  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Zugriff auf die Daten eines Zip-Archivs unterscheidet sich schon deshalb vom Zugriff auf die Daten eines GZip-Streams, weil diese in Form eines Archivs vorliegen. Unter Zip wird jede eingebettete Datei einzeln und unabhängig komprimiert. Wurden etwa über Tar vorher alle Dateien in ein unkomprimiertes Archiv übernommen, kann der Packalgorithmus GZip beim Packen dieser Dateisammlung bessere Ergebnisse erzielen, als wenn – wie beim Zip-Verfahren – alle Dateien einzeln gepackt würden.

Die Klassen »ZipFile« und »ZipEntry«

Objekte der Klasse ZipFile repräsentieren ein Zip-Archiv. Die Einträge im Zip-Archiv sind Dateien und Ordner, die Java durch die Klasse ZipEntry darstellt. Liegt einmal ein ZipEntry-Objekt vor, können ihm durch verschiedene Methoden Dateiattribute entlockt werden, beispielsweise die Originalgröße, das Kompressionsverhältnis, das Datum, wann die Datei angelegt wurde, und Weiteres. Auch kann ein Datenstrom erzeugt werden, sodass sich eine komprimierte Datei im Archiv lesen und schreiben lässt.

Um auf die Dateien eines Archivs zuzugreifen, muss zunächst ein ZipFile-Objekt erzeugt werden.


class java.util.zip.ZipFile

  • ZipFile( String name ) throws ZipException, IOException ZipFile( File file ) throws ZipException, IOException Öffnet ein Zip-Archiv zum Lesen über den Dateinamen oder das File-Objekt.
  • ZipFile( File file, int mode ) throws ZipException, IOException Öffnet ein Zip-Archiv mit dem gegebenen File-Objekt. Der Modus ZipFile.OPEN_READ oder ZipFile.OPEN_READ|ZipFile.OPEN_DELETE bestimmt den Zugriff auf das Archiv.

Eine ZipException ist eine Unterklasse von IOException.

Die im Zip-Archiv abgelegten Dateien oder Verzeichnisse, also die ZipEntry-Einträge, können auf zwei Arten ermittelt werden:

  • Die Methode entries() von ZipFile liefert eine Aufzählung von ZipEntry-Einträgen. Genauer gesagt ist der Rückgabetyp Enumeration<? extends ZipEntry>.
  • Ist der Name der komprimierten Datei oder des Ordners bekannt, liefert getEntry(String) sofort ein ZipEntry-Objekt.

Beispiel Iteriere durch die Einträge eines Archivs, und gib die Namen aus:

ZipFile zf = new ZipFile( "foo.zip" );
for ( Enumeration<? extends ZipEntry> e = zf.entries(); e.hasMoreElements(); )
{
  ZipEntry entry = e.nextElement();
  System.out.println( entry.getName() );
}

Mit Collections.list() lässt sich die Schleife mit einem erweiterten for verkürzen. Die folgenden Beispiele nutzen diese Möglichkeit.



class java.util.zip.ZipFile

  • ZipEntry getEntry( String name ) Liefert eine Datei aus dem Archiv. Liefert null, wenn kein Eintrag mit dem Namen existiert.
  • Enumeration<? extends ZipEntry> entries() Gibt eine Aufzählung des Zip-Archivs in Form von ZipEntry-Objekten zurück.
  • String getName() Liefert den Pfadnamen des Zip-Archivs.
  • int size() Gibt die Anzahl der Einträge im Zip-Archiv zurück.
  • void close() throws IOException Schließt das Zip-Archiv.

Eine IllegalStateException ist bei getEntry() und entries() die Folge, wenn das Zip-Archiv schon geschlossen wurde.

Das Objekt »ZipEntry» und die Datei-Attribute

Ein ZipEntry-Objekt repräsentiert eine Datei oder ein Verzeichnis eines Archivs. Diese Datei kann gepackt (dafür ist die Konstante ZipEntry.DEFLATED reserviert) oder auch ungepackt sein (angezeigt durch die Konstante ZipEntry.STORED). Auf dem Objekt können verschiedene Attribute gesetzt und abgefragt werden. Dadurch lassen sich Statistiken über Kompressions-raten und Weiteres ermitteln:

Listing 17.23  com/tutego/insel/io/zip/ZipListDemo.java, main()

ZipFile zipFile = new ZipFile( file );
for ( ZipEntry entry : Collections.list( zipFile.entries() ) )
  System.out.printf( "%s%-54s   Größe: %6d   Gepackt: %6d   %tc%n",
                     entry.isDirectory() ? "+" : " ",
                     entry.getName(),
                     entry.getSize(),
                     entry.getCompressedSize(),
                     entry.getTime() );

Die Ausgabe könnte zum Beispiel sein:

+a/                Größe:      0   Gepackt:      0   Do Mai 24 10:13:46 CEST 2007
 a/a.html          Größe:  42924   Gepackt:   6962   Do Mai 24 10:03:20 CEST 2007
 a/links.xml       Größe:  18900   Gepackt:   1406   Do Mai 24 10:03:20 CEST 2007

class java.util.zip.ZipEntry
implements Cloneable

  • String getName() Liefert den Namen des Eintrags.
  • void setTime( long time ) Ändert die Modifikationszeit des Eintrags.
  • long getTime() Liefert die Modifikationszeit des Eintrags oder –1, wenn diese nicht angegeben ist.
  • void setSize( long size ) Setzt die Größe der unkomprimierten Datei. Wir werden mit einer IllegalArgumentException bestraft, wenn die Größe kleiner 0 oder größer 0xFFFFFFFF ist.
  • long getSize() Liefert die Größe der unkomprimierten Datei oder –1, falls diese unbekannt ist.
  • long getCrc() Liefert die CRC-32-Checksumme der unkomprimierten Datei oder –1, falls diese unbekannt ist.
  • void setMethod( int method ) Setzt die Kompressionsmethode entweder auf STORED oder auf DEFLATED.
  • int getMethod() Liefert die Kompressionsmethode. Die Rückgabe ist entweder STORED, DEFLATED oder –1, falls unbekannt.
  • void setExtra( byte[] extra ) Setzt das optionale Zusatzfeld für den Eintrag. Übersteigt die Größe des Zusatzfelds 0xFFFF Byte, dann wird eine IllegalArgumentException ausgelöst.
  • byte[] getExtra() Liefert das Extrafeld oder null, falls es nicht belegt ist.
  • void setComment( String comment ) Setzt einen Kommentar-String, der 0xFFFF Zeichen lang sein darf (sonst wird eine IllegalArgumentException ausgelöst).
  • String getComment() Gibt den Kommentar oder null zurück.
  • long getCompressedSize() Liefert die Dateigröße nach dem Komprimieren oder –1, falls diese unbekannt ist. Ist der Kompressionstyp ZipEntry.STORED, dann stimmt diese Größe natürlich mit dem Rückgabewert von getSize() überein.
  • boolean isDirectory() Liefert true, falls der Eintrag ein Verzeichnis ist. Der Name der Datei endet mit einem Slash (/).

Auch überschreibt ZipEntry die Methoden toString(), hashCode() und clone() aus Object.

Dateien auspacken

Um Dateien auszupacken, bietet die Java-Bibliothek zwei Möglichkeiten. Die erste ist, mittels getInputStream(ZipEntry) ein InputStream-Objekt zu holen und dann auf den Inhalt der Datei zuzugreifen (es ist bemerkenswert, dass getInputStream() keine Methode von ZipEntry ist, sondern von ZipFile). Die andere Variante arbeitet über ZipInputStream, einen Weg, den wir hier nicht weiter beschreiben.


Beispiel Liegt im Archiv moers.zip die gepackte Datei DerAlteSack.png, dann gelangen wir mit folgenden Zeilen an deren entpackten Inhalt:

ZipFile     zipFile = new ZipFile( "moers.zip" );
ZipEntry    entry   = zipFile.getEntry( "DerAlteSack.png" );
InputStream is      = zipFile.getInputStream( entry );


class java.util.zip.ZipFile

  • InputStream getInputStream( ZipEntry entry ) throws IOException Gibt einen Eingabestrom zurück, mit dem auf den Inhalt einer Datei zugegriffen werden kann. Es folgt eine IllegalStateException, wenn das Zip-Archiv schon geschlossen wurde.

Ein Archiv Datei für Datei entpacken

Damit ein Java-Programm das gesamte Zip-Archiv entpackt, lässt sich mit der Aufzählung von entries() durch das Archiv laufen und für jeden Eintrag eine Datei oder ein Verzeichnis erzeugen. Das Speichern soll eine eigene Methode extractEntry(ZipFile, ZipEntry, String) übernehmen, die zunächst erkennt, ob es sich bei der Datei im Zip-Archiv um ein Verzeichnis handelt oder nicht:

  • Liefert das ZipEntry-Objekt bei isDirectory() ein true, dann legen wir nur einen Ordner mittels mkdirs() an und keine Datei.
  • Steht das ZipEntry für eine Datei, kann diese in einem Unterordner stehen, und es müssen ebenfalls die nötigen Ordner angelegt werden. Nachdem für ein Ziel ein FileOutputStream angelegt wurde, lassen sich alle ZipFile-Bytes von getInputStream(ZipEntry) kopieren:

Listing 17.24  com/tutego/insel/io/zip/unzip.java

package com.tutego.insel.io.zip;

import java.util.zip.*;
import java.io.*;
import java.util.*;

public class unzip
{
  private static final byte[] buffer = new byte[ 0xFFFF ];

  public static void main( String[] args )
  {
    if ( args.length != 2 )
      System.out.println( "Benutzung: unzip <zipfile> <destination>" );
    else
    {
      try
      {
        ZipFile zipFile = new ZipFile( args[0] );
        for ( ZipEntry entry : Collections.list( zipFile.entries() ) )
        {
          System.out.print( entry.getName() + "." );
          extractEntry( zipFile, entry, args[1] );
          System.out.println( ".. entpackt" );
        }
      }
      catch ( FileNotFoundException e )
      {
        System.err.println( "Fehler: ZipFile nicht gefunden!" );
      }
      catch ( IOException e )
      {
        System.err.println( "Fehler: Allgemeiner Ein-/Ausgabefehler!" );
      }
    }
  }

  private static void extractEntry( ZipFile zipFile, ZipEntry entry, String destDir )
    throws IOException
  {
    File file = new File( destDir, entry.getName() );

    if ( entry.isDirectory() )
      file.mkdirs();
    else
    {
      new File( file.getParent() ).mkdirs();

      InputStream  is = null;
      OutputStream os = null;

      try
      {
        is = zipFile.getInputStream( entry );
        os = new FileOutputStream( file );

        for ( int len; (len = is.read(BUFFER)) != –1; )
          os.write( BUFFER, 0, len );
      }
      finally
      {
        if ( os != null ) os.close();
        if ( is != null ) is.close();
      }
    }
  }
}

Einträge dem Zip-Archiv hinzufügen

Das Hinzufügen von Dateien zu einem Zip-Archiv unterscheidet sich ein wenig vom Lesen der Dateien, da hier die Klasse ZipFile nicht benötigt wird. Im Mittelpunkt steht die Klasse ZipOutputStream mit zwei Schritten:

1. Ein ZipOutputStream wird aufgebaut, etwa über new ZipOutputStream(new FileOutputStream(zipfile).
       
2. new ZipEntry(String) oder new ZipEntry(ZipEntry) erzeugt einen Archiv-Eintrag, und putNextEntry(ZipEntry) verbindet diesen mit dem ZipOutputStream. Nach dem Schreiben schließt closeEntry() das Hinzufügen ab.
       

Erzeugt ZipOutputStream eine Datei, lässt sich die Kompressionsrate über die Methode setLevel(int) einstellen. Der Level ist eine Zahl zwischen 0 und 9. Die Kompression übernimmt ein Deflater-Objekt, das im DeflaterOutputStream (die Oberklasse von ZipOutputStream) verwaltet wird. So ruft ZipOutputStream lediglich vom Deflater die Methode setLevel() auf.


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17.8.4 Jar-Archive  topZur vorigen Überschrift

Jar-Archive sind mit Zip-Archiven vergleichbar, mit dem Unterschied, dass sie eine Manifest-Datei beinhalten. Die Arbeitsweise und der Zugriff auf die Einträge sind daher denen der Zip-Dateien sehr ähnlich. Die Klasse java.util.jar.JarFile repräsentiert ein Jar-Archiv, und ein java.util.jar.JarEntry ist ein Eintrag in dem Archiv. JarFile ist eine Unterklasse von ZipFile und JarEntry eine Unterklasse von ZipEntry.



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