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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Imperative Sprachkonzepte
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Eigene Klassen schreiben
6 Exceptions
7 Äußere.innere Klassen
8 Besondere Klassen der Java SE
9 Generics<T>
10 Architektur, Design und angewandte Objektorientierung
11 Die Klassenbibliothek
12 Einführung in die nebenläufige Programmierung
13 Einführung in Datenstrukturen und Algorithmen
14 Einführung in grafische Oberflächen
15 Einführung in Dateien und Datenströme
16 Einführung in die <XML>-Verarbeitung mit Java
17 Einführung ins Datenbankmanagement mit JDBC
18 Bits und Bytes und Mathematisches
19 Die Werkzeuge des JDK
A Die Klassenbibliothek
Stichwort

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Java ist auch eine Insel von Christian Ullenboom
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Java ist auch eine Insel
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Pfeil 16 Einführung in die <XML>-Verarbeitung mit Java
Pfeil 16.1 Auszeichnungssprachen
Pfeil 16.1.1 Die Standard Generalized Markup Language (SGML)
Pfeil 16.1.2 Extensible Markup Language (XML)
Pfeil 16.2 Eigenschaften von XML-Dokumenten
Pfeil 16.2.1 Elemente und Attribute
Pfeil 16.2.2 Beschreibungssprache für den Aufbau von XML-Dokumenten
Pfeil 16.2.3 Schema – eine Alternative zu DTD
Pfeil 16.2.4 Namensraum (Namespace)
Pfeil 16.2.5 XML-Applikationen *
Pfeil 16.3 Die Java-APIs für XML
Pfeil 16.3.1 Das Document Object Model (DOM)
Pfeil 16.3.2 Simple API for XML Parsing (SAX)
Pfeil 16.3.3 Pull-API StAX
Pfeil 16.3.4 Java Document Object Model (JDOM)
Pfeil 16.3.5 JAXP als Java-Schnittstelle zu XML
Pfeil 16.3.6 DOM-Bäume einlesen mit JAXP *
Pfeil 16.4 Java Architecture for XML Binding (JAXB)
Pfeil 16.4.1 Bean für JAXB aufbauen
Pfeil 16.4.2 JAXBContext und die Marshaller
Pfeil 16.4.3 Ganze Objektgraphen schreiben und lesen
Pfeil 16.5 XML-Dateien mit JDOM verarbeiten
Pfeil 16.5.1 JDOM beziehen
Pfeil 16.5.2 Paketübersicht *
Pfeil 16.5.3 Die Document-Klasse
Pfeil 16.5.4 Eingaben aus der Datei lesen
Pfeil 16.5.5 Das Dokument im XML-Format ausgeben
Pfeil 16.5.6 Elemente
Pfeil 16.5.7 Zugriff auf Elementinhalte
Pfeil 16.5.8 Attributinhalte lesen und ändern
Pfeil 16.6 Zum Weiterlesen

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16.5 XML-Dateien mit JDOM verarbeitenZur nächsten Überschrift

Über JDOM lassen sich die XML-formatierten Dateien einlesen, manipulieren und dann wieder schreiben. Mit einfachen Aufrufen lässt sich ein Dokument im Speicher erstellen. Zur internen JDOM-Repräsentation werden einige Java-typische Features verwendet, beispielsweise die Collection-API zur Speicherung, Reflection oder schwache Referenzen. Die Nutzung der Collection-API ist ein Vorteil, der unter dem herkömmlichen DOM nicht zum Tragen kommt. Durch JDOM können mit dem new-Operator auch Elemente und Attribute einfach erzeugt werden. Es gibt spezielle Klassen für das Dokument, nämlich Elemente, Attribute und Kommentare. Es sind keine Fabrikschnittstellen, die konfiguriert werden müssen, sondern alles wird direkt erzeugt.

Die Modelle StAX, SAX oder DOM liegen eine Ebene unter JDOM, denn sie dienen als Ausgangspunkt zum Aufbau eines JDOM-Baums. Das heißt, dass ein vorgeschalteter SAX- oder StAX-Parser (bei JDOM Builder genannt) die JDOM-Baumstruktur im Speicher erzeugt. Die Bibliothek bietet daher eine neutrale Schnittstelle für diverse Parser, um die Verarbeitung der XML-Daten so unabhängig wie möglich von den Implementierungen zu machen. JDOM unterstützt dabei aktuelle Standards wie DOM Level 3, SAX 2.0 oder XML Schema. Wenn es nötig wird, DOM oder SAX zu unterstützen, bieten Schnittstellen diesen Einstieg an.

Mit JDOM wird auch eine interne Datenstruktur der XML-Datei erzeugt. Dadurch kann jederzeit auf alle Elemente der XML-Datei zugegriffen werden. Da JDOM Java-spezifische Datenstrukturen verwendet, ist die Verarbeitung effizienter als bei DOM. JDOM stellt eine echte Alternative zu DOM dar. Eine Zusammenarbeit von JDOM und SAX ist auch möglich, weil JDOM in der Lage ist, als Ausgabe SAX-Ereignisse auszulösen. Diese können mit SAX-basierten Tools weiterverarbeitet werden. So lässt sich JDOM auch sehr gut in Umgebungen einsetzen, in denen weitere Tools zur Verarbeitung von XML genutzt werden.


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16.5.1 JDOM beziehenZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Webseite http://www.jdom.org/ bietet Download, Dokumentation und Mailinglisten. Das Zip-Archiv http://jdom.org/dist/binary/jdom-1.1.1.zip enthält im build-Ordner die Datei jdom.jar, die wir dem Klassenpfad hinzufügen. Die API-Dokumentation liegt online unter http://jdom.org/docs/apidocs/index.html. JDOM ist freie Software, die auf der Apache-Lizenz beruht. Das heißt, dass JDOM auch in kommerziellen Produkten eingesetzt werden kann, ohne dass diese automatisch Open Source sein müssen.


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16.5.2 Paketübersicht *Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

JDOM besteht aus sieben Paketen mit den Klassen zur Repräsentation des Dokuments, zum Einlesen und Ausgeben, zur Transformation und für XPath-Anfragen.

Das Paket org.jdom

Das Paket org.jdom fasst alle Klassen zusammen, um ein XML-Dokument im Speicher zu repräsentieren. Dazu gehören zum Beispiel die Klassen Attribute, Comment, CDATA, DocType, Document, Element, Entity und ProcessingInstruction. Ein Dokument-Objekt hat ein Wurzelelement, eventuell Kommentare, einen DocType und eine ProcessingInstruction. Content ist die abstrakte Basisklasse und Oberklasse von Comment, DocType, Element, EntityRef, ProcessingInstruction und Text. Die Schnittstelle Parent implementieren alle Klassen, die Content haben können. Viele Schnittstellen gibt es in JDOM nicht. Andere XML-APIs verfolgen bei dieser Frage andere Ansätze; domj4 definiert zentrale Elemente als Schnittstellen, und die pure DOM-API beschreibt alles über Schnittstellen – konkrete Objekte kommen nur aus Fabriken, und die Implementierung ist unsichtbar.

Die Pakete org.jdom.output und org.jdom.input

In den beiden Paketen org.jdom.output und org.jdom.input liegen die Klassen, die XML-Dateien lesen und schreiben können. XMLOutputter übernimmt die interne Repräsentation und erzeugt eine XML-Ausgabe in einen PrintWriter. Daneben werden die unterschiedlichen Verarbeitungsstrategien DOM und SAX durch die Ausgabeklassen SAXOutputter und DOMOutputter berücksichtigt. SAXOutputter nimmt einen JDOM-Baum und erzeugt benutzerdefinierte SAX2-Ereignisse. Der SAXOutputter ist eine sehr einfache Klasse und bietet lediglich eine output(Document)-Methode an. Mit DOMOutputter wird aus dem internen Baum ein DOM-Baum erstellt.

Ein Builder nimmt XML-Daten in verschiedenen Formaten entgegen und erzeugt daraus ein JDOM-Document-Objekt. Das ist bei JDOM der wirkliche Verdienst, dass unabhängig von der Eingabeverarbeitung ein API-Set zur Verfügung steht. Die verschiedenen DOM-Implementierungen unterscheiden sich an manchen Stellen. Die Schnittstelle Builder wird von allen einlesenden Klassen implementiert. Im Input-Paket befinden sich dafür die Klassen DOMBuilder, die einen JDOM-Baum mit DOM erzeugt, und SAXBuilder, die dafür SAX verwendet. Damit kann das Dokument aus einer Datei, einem Stream oder einer URL erzeugt werden. Nach dem Einlesen sind die Daten vom konkreten Parser des Herstellers unabhängig und können weiterverarbeitet werden. SAXBuilder ist schneller und speicherschonender. Ein DOMBuilder wird meistens nur dann benutzt, wenn ein DOM-Baum weiterverarbeitet werden soll. org.jdom.input.StAXBuilder ist eine Klasse aus dem Hilfspaket unter http://tutego.de/go/staxmisc.

Im org.jdom.contrib-Package gibt es noch einige Erweiterungen für JDOM. Eine bemerkenswerte Erweiterung ist der ResultSetBuilder. Diese Klasse ermöglicht das Erstellen einer JDOM-Datenstruktur anhand eines java.sql.ResultSet. Dadurch ist eine Brücke zwischen Datenbanken und XML sehr einfach zu realisieren. Diese und noch viele weitere nützliche Erweiterungen sind nicht in der JDOM-Standarddistribution enthalten, sondern im Contrib-Paket.

Das Paket org.jdom.transform

Mit dem Paket org.jdom.transform wird das JAXP-TraX-Modell in JDOM integriert. Dies ermöglicht es JDOM, XSLT-Transformationen von XML-Dokumenten zu unterstützen. Das Paket enthält die beiden Klassen JDOMResult und JDOMSource. Die Klasse JDOMSource ist eine Wrapper-Klasse, die ein JDOM-Dokument als Parameter nimmt und diesen als Eingabe für das JAXP-TraX-Modell bereitstellt. Die Klasse JDOMResult enthält das Ergebnis der Transformation als JDOM-Dokument. Die beiden Klassen haben nur wenige Methoden, und in der API sind Beispiele für die Benutzung dieser Klassen angegeben.

Das Paket org.jdom.xpath

Im Paket org.jdom.xpath befindet sich nur eine Utility-Klasse XPath. Diese Klasse bildet die Basis für die Verwendung der Abfragesprache XPath mit JDOM. Neben der Implementierung, die mit JDOM geliefert wird, kann auch eine spezielle Implementierung der XPath-Methoden für JDOM eingesetzt werden. JDOM bringt keine eigene XPath-Implementierung mit, sondern basiert auf der Open-Source-Implementierung Jaxen (http://jaxen.org/).

Das Paket org.jdom.adapters

Die Klassen des Pakets org.jdom.adapters erlauben es JDOM, existierende DOM-Implementierungen zu nutzen. Sie sind nur interessant für diejenigen, die selbst einen XML-Parser an JDOM anpassen wollen.


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16.5.3 Die Document-KlasseZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Dokumente werden bei JDOM über die Klasse Document verwaltet. Ein Dokument besteht aus einem DocType, einer ProcessingInstruction, einem Wurzelelement und Kommentaren. Die Klasse Document gibt es auch in der Standardschnittstelle für das DOM. Falls sowohl JDOM als auch DOM verwendet werden, muss für die Klasse Document der voll qualifizierte Klassenname mit vollständiger Angabe der Pakete verwendet werden, weil sonst nicht klar ist, welche Document-Klasse verwendet wird.

Ein JDOM-Document im Speicher erstellen

Um ein Document-Objekt zu erzeugen, bietet die Klasse drei Konstruktoren an. Über einen Standard-Konstruktor erzeugen wir ein leeres Dokument. Dieses können wir später bearbeiten, indem wir zum Beispiel Elemente (Objekte vom Typ Element), Entitäten oder Kommentare einfügen. Ein neues Dokument mit einem Element erhalten wir über einen Konstruktor, zu dem wir ein Wurzelelement angeben. Jedes XML-Dokument hat ein Wurzelelement.

Beispiel

Die folgende Zeile erzeugt ein JDOM-Dokument mit einem Wurzelelement:

Listing 16.10: com/tutego/insel/xml/jdom/CreateRoot.java, main()

Document doc = new Document( new Element("party") );
In XML formatiert, könnte das so aussehen:
<party>
</party>


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16.5.4 Eingaben aus der Datei lesenZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ein zweiter Weg, um ein JDOM-Dokument anzulegen, führt über einen Eingabestrom oder eine Datei. Dafür benötigen wir einen Builder, zum Beispiel den SAXBuilder (den wir bevorzugen wollen).

Beispiel

Lies die Datei party.xml ein:

Listing 16.11: com/tutego/insel/xml/jdom/ReadXmlFile.java, main()

String filename = "party.xml";
Document doc = new SAXBuilder().build( filename );
Die möglichen Ausnahmen IOException und JDOMException muss die Anwendung abfangen.

Die Klasse Document bietet selbst keine Lese-Methoden. Es sind immer die Builder, die Document-Objekte liefern. Es ist ebenso möglich, ein JDOM-Dokument mithilfe des DOM-Parsers über DOMBuilder zu erzeugen. Neben den Standard-Konstruktoren bei SAXBuilder und DOMBuilder lässt sich unter anderem ein boolean-Wert angeben, der die Validierung auf wohldefinierten XML-Code einschaltet.

Tipp

Wenn ein DOM-Baum nicht schon vorliegt, ist es sinnvoll, ein JDOM-Dokument stets mit dem SAX-Parser zu erzeugen. Das schont die Ressourcen und geht viel schneller, weil keine spezielle Datenstruktur für den DOM-Baum erzeugt werden muss. Das Ergebnis ist in beiden Fällen ein JDOM-Dokument, das die XML-Datei in einer baumähnlichen Struktur abbildet.

class org.jdom.input.SAXBuilder
implements Parent
  • SAXBuilder()
    Baut einen XML-Leser auf Basis von SAX auf. Es wird nicht validiert.
  • SAXBuilder(boolean validate)
    Baut einen validierenden SAXBuilder auf.
  • Document build(File file)
  • Document build(InputSource in)
  • Document build(InputStream in)
  • Document build(InputStream in, String systemId)
  • Document build(Reader characterStream)
  • Document build(Reader characterStream, String systemId)
  • Document build(String systemId)
  • Document build(URL url)
    Baut ein JDOM-Dokument aus der gegebenen Quelle auf. Im Fall des String-Arguments handelt es sich um einen URI-Namen und nicht um ein XML-Dokument im String.

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16.5.5 Das Dokument im XML-Format ausgebenZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit einem XMLOutputter lässt sich der interne JDOM-Baum als XML-Datenstrom in einen OutputStream oder Writer schieben.

Beispiel

Gib das JDOM-Dokument auf der Konsole aus:

Listing 16.12: com/tutego/insel/xml/jdom/ReadXmlFile.java, main()

XMLOutputter out = new XMLOutputter();
out.output( doc, System.out );

Die Standard-Parametrisierung des Formatierers schreibt die XML-Daten mit schönen Einrückungen. Jeder Eintrag kommt in eine einzelne Zeile. Weitere Anpassungen der Formatierung übernimmt ein org.jdom.output.Format-Objekt. Einige statische Methoden bereiten Format-Objekte mit unterschiedlichen Belegungen vor, so getPrettyFormat() für hübsch eingerückte Ausgaben und getCompactFormat() mit sogenannter Leerraum-Normalisierung, wie es die API-Dokumentation nennt.

XMLOutputter out = new XMLOutputter( Format.getPrettyFormat() );
out.output( doc, System.out );

Unterschiedliche setXXX()-Methoden auf dem XMLOutputter-Objekt ermöglichen eine weitere individuelle Anpassung der Format-Objekte. Soll das Ergebnis als String vorliegen, kann outputString() verwendet werden, was ein String-Objekt liefert.


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16.5.6 ElementeZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Jedes Dokument besteht aus einem Wurzelelement. Wir haben schon gesehen, dass dieses durch die allgemeine Klasse Element abgebildet wird. Mit dem Wurzelelement gelingt der Zugriff auf die anderen Elemente des Dokumentenbaums.

Wurzelelement

Die folgenden Beispieldateien verwenden die XML-Datei party.xml, um die Methoden von JDOM vorzustellen. Durch das Erzeugen eines leeren JDOM-Dokuments und die Methoden zur Erstellung von Elementen und Attributen kann JDOM den Dateiinhalt auch leicht aufbauen:

Listing 16.13: party.xml

<party datum="31.12.01">
<gast name="Albert Angsthase">
<getraenk>Wein</getraenk>
<getraenk>Bier</getraenk>
<zustand ledig="true" nuechtern="false"/>
</gast>
<gast name="Martina Mutig">
<getraenk>Apfelsaft</getraenk>
<zustand ledig="true" nuechtern="true"/>
</gast>
<gast name="Zacharias Zottelig"></gast>
</party>

Um an das Wurzelelement <party> zu gelangen und von dort aus weitere Elemente oder Attribute auslesen zu können, erzeugen wir zunächst ein JDOM-Dokument aus der Datei party.xml und nutzen zum Zugriff getRootElement().

Beispiel

Lies die Datei party.xml, und erfrage das Wurzelelement:

Listing 16.14: com/tutego/insel/xml/jdom/RootElement.java, main()

Document doc = new SAXBuilder().build( "party.xml" );
Element party = doc.getRootElement();

class org.jdom.Document
implements Parent
  • Element getRootElement()
    Gibt das Root-Element zurück oder null, falls kein Root-Element vorhanden ist.
  • boolean isRootElement()
    Gibt einen Wahrheitswert zurück, der ausdrückt, ob das Element die Wurzel der JDOM-Datenstruktur ist.

Durch die oben gezeigten Anweisungen wird aus der XML-Datei party.xml eine JDOM-Datenstruktur im Speicher erzeugt. Um mit dem Inhalt der XML-Datei arbeiten zu können, ist der Zugriff auf die einzelnen Elemente notwendig. Durch die Methode getRootElement() wird das Wurzelelement der XML-Datei zurückgegeben. Dieses Element ist der Ausgangspunkt für die weitere Verarbeitung der Datei.

Zugriff auf Elemente

Um ein bestimmtes Element zu erhalten, gibt es die Methode getChild(String name). Mit dieser Methode wird das nächste Unterelement des Elements zurückgegeben, das diesen Namen trägt.

Beispiel

Wenn wir den ersten Gast auf der Party haben möchten, schreiben wir:

Listing 16.15: com/tutego/insel/xml/jdom/AlbertTheFirst.java, main()

Element party = doc.getRootElement();
Element albert = party.getChild( "gast" );
Wenn wir wissen wollen, was Albert trinkt, schreiben wir:
Element albertGetraenk = albert.getChild( "getraenk" );
Durch eine Kaskadierung ist es möglich, über das Wurzelelement auf das Getränk des ersten Gastes zuzugreifen:
Element albertGetraenk = party.getChild( "gast" ).getChild( "getraenk" );

Eine Liste mit allen Elementen liefert die Methode getChildren(). Sie gibt eine nicht generisch verwendete java.util.List mit allen Elementen dieses Namens zurück.[213](JDOM ist vor Java 5 entwickelt worden, und die Entwickler investieren keine Zeit mehr in die Weiterentwicklung. http://code.google.com/p/coffeedom/ ist eine Entwicklung von anderer Stelle, die Generics einführt. http://git.tuis.net/jdom/ ist ein alternativer Port. XOM nutzt nach außen keine Typen der Collection-API, denn spezielle XOM-Klassen wie Nodes und Elements sind Container und liefern typisierte Objekte. Leider implementieren sie keine neuen Java-Collection-API-Klassen wie Iterable. dom4j ist die einzige bekanntere XML-Bibliothek, die Generics einsetzt.)

Beispiel

Falls wir eine Gästeliste der Party haben wollen, schreiben wir:

List<?> gaeste = party.getChildren( "gast" );
Diese Liste enthält alle Elemente der Form <gast ...> ... </gast>, die direkt unter dem Element <party> liegen.

class org.jdom.Element
extends Content
implements Parent
  • Element getChild(String name)
    Rückgabe des ersten untergeordneten Elements mit dem lokalen Namen name, das keinem Namensraum zugeordnet ist.
  • Element getChild(String name, Namespace ns)
    Rückgabe des ersten untergeordneten Elements mit dem lokalen Namen name, das dem Namensraum ns zugeordnet ist.
  • List getChildren()
    Rückgabe einer Liste der Elemente, die diesem Element direkt untergeordnet sind. Falls keine Elemente existieren, wird eine leere Liste zurückgegeben. Änderungen an der Liste spiegeln sich auch in der JDOM-Datenstruktur wider.
  • List getChildren(String name)
    Rückgabe einer Liste der Elemente mit dem Namen name, die diesem Element direkt untergeordnet sind. Falls keine Elemente existieren, wird eine leere Liste zurückgegeben. Änderungen an der Liste spiegeln sich auch in der JDOM-Datenstruktur wider.
  • List getChildren(String name, Namespace ns)
    Rückgabe einer Liste der Elemente mit dem Namen name, die diesem Namensraum zugeordnet und diesem Element direkt untergeordnet sind. Falls keine Elemente existieren, wird eine leere Liste zurückgegeben. Änderungen an der Liste spiegeln sich auch in der JDOM-Datenstruktur wider.
  • boolean hasChildren()
    Rückgabe eines boolean-Werts, der ausdrückt, ob Elemente untergeordnet sind oder nicht.

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16.5.7 Zugriff auf ElementinhalteZur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Von Beginn eines Elements bis zu dessen Ende treffen wir auf drei unterschiedliche Informationen:

  • Es können weitere Elemente folgen. Im oberen Beispiel folgt in <gast> noch ein Element <getraenk>.
  • Das Element enthält Text (wie das Element <getraenk>).
  • Zusätzlich kann ein Element auch Attribute beinhalten. Dies haben wir auch beim Element <gast> gesehen, das als Attribut den Namen des Gasts enthält. Der Inhalt von Attributen ist immer Text.

Für diese Aufgaben bietet die Element-Klasse unterschiedliche Anfrage- und Setze-Methoden. Wir wollen mit dem Einfachsten, dem Zugriff auf den Textinhalt eines Elements, beginnen.

Elementinhalte auslesen und setzen

Betrachten wir das Element, dessen Inhalt wir auslesen wollen, so nutzen wir dazu die Methode getText():

<getraenk>Wein</getraenk>

Sie liefert einen String, sofern eine String-Repräsentation des Inhalts erlaubt ist. Falls das Element keinen Text oder nur Unterelemente besitzt, ist der Rückgabewert ein Leerstring.

Beispiel

Um an das erste Getränk von Albert zu kommen, schreiben wir:

Listing 16.16: com/tutego/insel/xml/jdom/AlbertsDrink.java, main()

Element party = doc.getRootElement();
Element albertGetraenk = party.getChild( "gast" ).getChild( "getraenk" );
String getraenk = albertGetraenk.getText();

class org.jdom.Element
extends Content
implements Parent
  • String getText()
    Rückgabe des Inhalts des Elements. Dies beinhaltet alle Leerzeichen und CDATA-Sektionen. Falls der Elementinhalt nicht zurückgegeben werden kann, wird der leere String zurückgegeben.
  • String getTextNormalize()
    Verhält sich wie getText(). Leerzeichen am Anfang und am Ende des Strings werden entfernt. Leerzeichen innerhalb des Strings werden auf ein Leerzeichen normalisiert. Falls der Text nur aus Leerzeichen besteht, wird der leere String zurückgegeben.
  • String getTextTrim()
    Verhält sich wie getTextNormalize(). Leerzeichen innerhalb des Strings bleiben erhalten.

Für die Methode getText() muss das Element vorliegen, dessen Inhalt gelesen werden soll. Mit der Methode getChildText() kann der Inhalt eines untergeordneten Elements auch direkt ermittelt werden.

Beispiel

Lies den Text des ersten untergeordneten Elements mit dem Namen getraenk. Das übergeordnete Element von Getränk ist albert:

Listing 16.17: com/tutego/insel/xml/jdom/AlbertsDrink.java, main()

Element albert = party.getChild( "gast" );
String getraenk = albert.getChildText( "getraenk" );

In der Implementierung der Methode getChildText() sind die Methoden getChild() und getText() zusammengefasst.

class org.jdom.Element
extends Content
implements Parent
  • String getChildText(String name)
    Rückgabe des Inhalts des Elements mit dem Namen name. Falls der Inhalt kein Text ist, wird ein leerer String zurückgegeben. Falls das Element nicht existiert, wird null zurückgegeben.
  • String getChildText(String name, Namespace ns)
    Verhält sich wie getChildText(String) im Namensraum ns.
  • String getChildTextTrim(String name)
    Verhält sich wie getChildText(String). Leerzeichen am Anfang und am Ende des Strings werden entfernt. Leerzeichen innerhalb des Strings bleiben erhalten.
  • String getChildTextTrim(String name, Namespace ns)
    Verhält sich wie getChildTextTrim(String) im Namensraum ns.
  • String getName()
    Rückgabe des lokalen Namens des Elements ohne Namensraum-Präfix.
  • Namespace getNamespace()
    Rückgabe des Namensraums oder eines leeren Strings, falls diesem Element kein Namensraum zugeordnet ist.
  • Namespace getNamespace(String prefix)
    Rückgabe des Namensraums des Elements mit diesem Präfix. Dies beinhaltet das Hochlaufen in der Hierarchie des JDOM-Dokuments. Falls kein Namensraum gefunden wird, gibt diese Methode null zurück.
  • String getNamespacePrefix()
    Rückgabe des Namensraum-Präfixes. Falls kein Namensraum-Präfix existiert, wird ein Leerstring zurückgegeben.
  • String getNamespaceURI()
    Rückgabe der Namensraum-URI, die dem Präfix dieses Elements zugeordnet ist, oder des Standardnamensraums. Falls keine URI gefunden werden kann, wird ein leerer String zurückgegeben.

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16.5.8 Attributinhalte lesen und ändernZur vorigen Überschrift

Ein Element kann auch einen Attributwert enthalten. Dies ist der Wert, der direkt in dem Tag mit angegeben ist. Betrachten wir dazu folgendes Element:

<gast name="Albert Angsthase">

Das Element hat als Attribut name="Albert Angsthase". Diesen Wert liefert die Methode getAttribute(String).getValue() der Klasse Element.

Beispiel

Lies den Namen des ersten Gastes:

Listing 16.18: com/tutego/insel/xml/jdom/Wedding, main()

Element   party      = doc.getRootElement();
Element albert = party.getChild( "gast" );
Attribute albertAttr = albert.getAttribute( "name" );
String albertName = albert.getAttribute( "name" ).getValue();
Martina möchte wissen, ob Albert noch ledig ist:
albert.getChild( "zustand" ).getAttribute( "ledig" ).getValue();

Auf ähnliche Weise lässt sich der Wert eines Attributs ändern. Dazu gibt es die Methoden setAttribute(String) der Klasse Attribute und addAttribute(Attribute) der Klasse Element.

Beispiel

Martina und Albert haben geheiratet, und Albert nimmt den Namen von Martina an:

albert.getAttribute( "name" ).setAttribute( "Albert Mutig" );
Seit der Hochzeit mit Albert trinkt Martina auch Wein. Also muss ein neues Element wein unter dem Element <gast name="Martina Mutig"> eingefügt werden. Zuerst erzeugen wir ein Element der Form <getraenk>Wein</getraenk>:
Element wein = new Element( "getraenk" );
wein.addContent( "Wein" );
Danach suchen wir Martina in der Gästeliste und fügen das Element <wein> ein:
Iterator<?> gaesteListe = party.getChildren( "gast" ).iterator();
while ( gaesteListe.hasNext() )
{
Element gast = (Element) gaesteListe.next();

if ( "Martina Mutig".equals(
gast.getAttribute( "name" ).getValue()) )
gast.addContent( wein );
}

Das Beispiel macht deutlich, wie flexibel die Methode addContent(Inhalt) ist. Es zeigt ebenso, wie JDOM für Java, etwa durch die Implementierung der Schnittstelle List, optimiert wurde.

class org.jdom.Element
extends Content
implements Parent
  • Attribute getAttribute(String name)
    Rückgabe des Attributs mit dem Namen name, das keinem Namensraum zugeordnet ist. Falls das Element kein Attribut mit dem Namen name hat, ist die Rückgabe null.
  • Attribute getAttribute(String name, Namespace ns)
    Verhält sich wie getAttribute(String) in dem Namensraum ns.
  • List getAttributes()
    Rückgabe einer Liste aller Attribute eines Elements oder einer leeren Liste, falls das Element keine Attribute hat.
  • String getAttributeValue(String name)
    Rückgabe des Attributwerts mit dem Namen name, dem kein Namensraum zugeordnet ist. Es wird null zurückgegeben, falls keine Attribute dieses Namens existieren, und der leere String, falls der Wert des Attributs leer ist.
  • String getAttributeValue(String name, Namespace ns)
    Verhält sich wie getAttributeValue(String) in dem Namensraum ns.
  • Element setAttributes(List attributes)
    Fügt alle Attribute der Liste dem Element hinzu. Alle vorhandenen Attribute werden entfernt. Das geänderte Element wird zurückgegeben.
  • Element addAttribute(Attribute attribute)
    Einfügen des Attributs attribute. Bereits vorhandene Attribute mit gleichem Namen und gleichem Namensraum werden ersetzt.
  • Element addAttribute(String name, String value)
    Einfügen des Attributs mit dem Namen name und dem Wert value. Um Attribute mit einem Namensraum hinzuzufügen, sollte die Methode addAttribute(Attribute attribute) verwendet werden.
class org.jdom.Attribute
implements Serializable, Cloneable
  • String getValue()
    Rückgabe des Werts dieses Attributs

Die folgenden Methoden versuchen eine Umwandlung in einen primitiven Datentyp. Falls eine Umwandlung nicht möglich ist, wird eine DataConversionException ausgelöst.

  • getBooleanValue()
    Gibt den Wert des Attributs als boolean zurück.
  • double getDoubleValue()
    Gibt den Wert des Attributs als double zurück.
  • float getFloatValue()
    Gibt den Wert des Attributs als float zurück.
  • int getIntValue()
    Gibt den Wert des Attributs als int zurück.
  • long getLongValue()
    Gibt den Wert des Attributs als long zurück.
  • String getName()
    Gibt den lokalen Namen des Attributs zurück. Falls der Name die Form [namespacePrefix]:[elementName] hat, wird [elementName] zurückgegeben. Wenn der Name kein Namensraum-Präfix hat, wird einfach nur der Name ausgegeben.
  • Namespace getNamespace()
    Gibt den Namensraum des Attributs zurück. Falls kein Namensraum vorhanden ist, wird das konstante Namensraum-Objekt NO_NAMESPACE zurückgegeben. Diese Konstante enthält ein Namensraum-Objekt mit dem leeren String als Namensraum.
  • String getNamespacePrefix()
    Gibt das Präfix des Namensraums zurück. Falls kein Namensraum zugeordnet ist, wird ein leerer String zurückgegeben.
  • String getNamespaceURI()
    Gibt die URI zurück, die zu dem Namensraum dieses Elements gehört. Falls kein Namensraum zugeordnet ist, wird ein leerer String zurückgegeben.
  • Element getParent()
    Gibt das Element zurück, das dem Element dieses Attributs übergeordnet ist. Falls kein übergeordnetes Element vorhanden ist, wird null zurückgegeben.
  • String getQualifiedName()
    Rückgabe des qualifizierten Namens des Attributs. Falls der Name die Form [namespacePrefix]:[elementName] hat, wird dies zurückgegeben. Ansonsten wird der lokale Name zurückgegeben.
  • Attribute setValue(String value)
    Setzt den Wert dieses Attributs.


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